Was ist Nachhaltigkeit? – Definition & umfassender Einstieg in das Thema (2021)

Nachhaltigkeit - Themenüberblick

Nachhaltigkeit: es ist wohl das wichtigste Thema des 21. Jahrhunderts. Dennoch ist oft gar nicht klar, was Nachhaltigkeit eigentlich ist, wie sie definiert werden kann und wie der Weg hin zu mehr Nachhaltigkeit aussieht.

Auf dieser Seite geben wir Dir einen umfassenden Überblick über das Thema und beantworten wichtige Fragen. Wir haben den Text mit vielen weiterführenden Links gespickt, um Dir einen idealen Einstieg in das Thema zu ermöglichen.

Natürlich zeigen wir auch, wie Du Dein eigenes Leben nachhaltiger gestalten kannst… Viel Spaß!

Inhaltsverzeichnis:

Definition: Was bedeutet Nachhaltigkeit?

Nachhaltigkeit

— Substantiv, feminin

Definition: Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann.

„Nachhaltigkeit“ ist ein sehr unscharfer, mehrdeutiger und komplexer Begriff, für den es mehrere Definitionen bzw. Definitionsansätze gibt.

Je nach Anwendungsgebiet bieten sich dementsprechend andere Formulierungen an. In der allgemeinen öffentlichen Wahrnehmung ist der Begriff eng mit der Ressourcenknappheit bzw. mit dem Klima- und Umweltschutz verknüpft.

Die treffendste Definition für diesen Bereich lautet:

Das Prinzip der Nachhaltigkeit besagt, dass nicht mehr verbraucht (abgebaut) werden darf, als nachwachsen kann.

Für die meisten anderen Bereiche schlagen die Definitionsansätze eine etwas andere Richtung ein. Oft geht es hier vor allem um Langlebigkeit, Dauerhaftigkeit, Haltbarkeit oder Stabilität.

Beispielsweise kann ein Handwerker eine nachhaltige Investition tätigen, indem er in besonders robustes und langlebiges Werkzeug investiert, das er länger nutzen kann als minderwertiges Werkzeug, das er nach wenigen Tagen austauschen muss.

Die Investition in langlebiges Werkzeug spart dem Handwerker also Zeit und ggf. sogar Geld – zwei Ressourcen, die für ihn und sein Geschäft überaus wertvoll sind.

In der Wirtschaft wird oft von nachhaltigem Wachstum gesprochen. In diesem Falle wird Nachhaltigkeit teilweise sogar mit Adjektiven wie „gesund“ und „vernünftig“ assoziiert.

Du siehst, dass sowohl das Prinzip der Nachhaltigkeit als auch der Begriff an sich auf viele verschiedene (wenn nicht sogar alle?) Bereiche angewendet werden kann.

Obwohl es zwischen den einzelnen Definitionen durchaus Überschneidungen gibt, ist es nicht möglich, eine einheitliche Definition zu formulieren, die alle Aspekte gleichermaßen gut abdeckt.

Eine kurze Geschichte der Nachhaltigkeit

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ wurde erstmals vom Oberberghauptmann des Erzgebirges Hans Carl von Carlowitz (1645-1714) aufgegriffen.

Angesichts einer drohenden Holzknappheit beschäftigte er sich in seiner Abhandlung „Sylvicultura oeconomica, oder haußwirthliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung zur wilden Baum-Zucht“ intensiv mit der Holz- und Forstwirtschaft. Das Buch erschien 1713 im Rahmen der Leipziger Ostermesse.

Da die Familie Von Carlowitz seit einigen Generationen die Verwaltung der Wälder im Erzgebirge (im heutigen Sachsen) innehatte, konnte er für sein Buch auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen.

Hier das Originalzitat aus dem Buch, in dem Von Carlowitz den Begriff „Nachhaltigkeit“ zunächst nur in Form eines Adjektivs („nachhaltend“) verwendete:

„Wird derhalben die gröste Kunst / Wissenschaft / Fleiß / und Einrichtung hiesiger Lande darinnen beruhen / wie eine sothane Conservation und Anbau des Holtzes anzustellen / daß es eine continuirliche beständige und nachhaltende Nutzung gebe / weiln es eine unentberliche Sache ist / ohne welche das Land in seinem Esse [Existenz] nicht bleiben mag.“[1]

Hans Carl von Carlowitz - Sylvicultura oeconomica - Originaltext Bild

Das Originalzitat aus dem Buch „Sylvicultura oeconomica“ von Hans Carl von Carlowitz aus dem Jahr 1713. Quelle: https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/85039/127/0/

Obwohl Von Carlowitz das Wort wohl das erste mal schriftlich verwendete, war das dahinterstehende Prinzip nicht gänzlich neu oder gar revolutionär.

In seinem Buch beschrieb er beispielsweise auch Methoden und Techniken aus anderen Ländern, die der Idee einer „nachhaltigen Forstwirtschaft“ bereits sehr nahe kommen.

In einer kommentierenden Besprechung des Buchs von Jürgen Huss und Friederike von Gadow wird darüber hinaus angedeutet, dass Von Carlowitz womöglich nur auf der Suche nach einem Synonym für Wörter wie „beständig“, „immerwährend“ oder „kontinuierlich“ suchte.

Dass er mit seiner Wortwahl einen neuartigen Begriff prägen würde, war ihm selbst wohl nicht bewusst. Für diese These spricht etwa, dass er das Substantiv „Nachhaltigkeit“ nicht in das Buchregister aufnahm.

Im deutschen Rechtschreibduden tauchte das Substantiv „Nachhaltigkeit“ erst 1915 auf – also knapp 200 Jahre nach der erstmaligen Verwendung durch Hans Carl von Carlowitz.

Als Geburtsstunde der modernen Verwendung des Nachhaltigkeitsbegriffs gilt der sogenannte Brundtland-Report – eine Abhandlung, die die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung der UN 1987 veröffentlichte (Originaltitel: „Our Common Future“).

Benannt wurde der Bericht nach der ehemaligen norwegischen Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland, die damals den Vorsitz der Kommission innehatte.

Auch die „Agenda 21“, die im Rahmen der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro verabschiedet wurde, spielt bei der Entwicklung des Nachhaltigkeitsbegriffes eine entscheidende Rolle.

Neben der Bekämpfung von Armut und Hunger wurden auf der Konferenz auch erstmals wichtige Punkte in Bezug auf unsere Umwelt besprochen – darunter z.B. der Schutz der Erdatmosphäre, die Erhaltung der biologischen Vielfalt, der Schutz der Ozeane und ein umweltverträglicher Umgang mit toxischen Chemikalien.

Der bislang größte „Interessensboom“ rund um das Thema Nachhaltigkeit ist wohl auf das Engagement von Greta Thunberg zurückzuführen, die seit August 2018 für mehr Klimaschutz protestiert. Aus ihrem anfänglichen Schul-Streik hat sich binnen kurzer Zeit die organisierte Protestbewegung „Fridays For Future“ entwickelt.

Ihr Triumphzug kann auch anhand der „Google-Trends“ nachvollzogen werden, die das relative Interesse für den Begriff „Nachhaltigkeit“ im Verlauf der Zeit grafisch abbilden (01.01.2005 bis 01.01.2020):

Durch diesen regelrechten Boom wird der Begriff „Nachhaltigkeit“ seit wenigen Jahren sowohl von den Medien als auch von politischen Entscheidungsträgern, privaten Unternehmen und anderen Interessengruppen inflationär verwendet…

Kritik am Begriff der Nachhaltigkeit

Wenn ein Begriff inflationär genutzt wird, besteht die Gefahr, dass er an Gewicht und Aussagekraft verliert. Genau das ist nach Meinung einiger Autoren mit dem Begriff der Nachhaltigkeit passiert.

In seinem Beitrag „Kritik am Nachhaltigkeitsbegriff“ kritisiert Dennis Hingst, dass das Wort Nachhaltigkeit bereits zu einer leeren Worthülle verkommen sei.

Er schreibt:

„Wenn ein Autohersteller sich ’nachhaltig‘ nennen darf, nur weil das aktuelle Modell etwas weniger Dreck verursacht, als das vorige, dann hat dieser Begriff rein gar keine Bedeutung mehr.“

Dr. Frank Uekötter ist Dozent für geisteswissenschaftliche Umweltforschung an der University of Birmingham. In einem Beitrag für die Website der Bundeszentrale für politische Bildung schlägt er in eine ähnliche Kerbe:

„[Nachhaltigkeit ist] ein wohlklingender Referenzpunkt ohne tiefere Bedeutung. Selbst die Luftfahrt postuliert bei passender Gelegenheit ‘nachhaltiges Fliegen’“[2]

Greenwashing

Eine mehr oder weniger direkte Folge des steigenden Interesses am Thema Nachhaltigkeit ist das sogenannte „Greenwashing“.

Diese Wortneuschöpfung beschreibt eine PR- bzw. Marketingstrategie, die darauf abzielt, die eigene Marke nachhaltig zu positionieren, ohne dass sich das dahinterstehende Unternehmen tatsächlich nachhaltig engagiert.

Insbesondere durch gezielte Werbung, Partnerschaften, Spendenaktionen und Marketing-Events soll die Marke von der Öffentlichkeit z.B. mit Umwelt- und Naturschutz in Verbindung gebracht werden. Die Verbraucher*innen sollen sich beim Kauf der Produkte gut fühlen.

Für Verbraucher*innen ist manchmal schwer zu erkennen, ob ein Unternehmen tatsächlich nachhaltig agiert oder sich einer Greenwashing-Strategie bedient.

Es ist auch wichtig zu verstehen, dass sich Unternehmen längst nicht immer bewusst dazu entschließen, Greenwashing zu betreiben und Verbraucher*innen hinters Licht zu führen.

Hinter vielen Aktionen steckt oft sogar der ehrliche Versuch, das eigene Unternehmen nachhaltiger aufzustellen. Dies kann aber auch nach hinten losgehen – etwa durch eine unglückliche / missverständliche Kommunikation durch das Unternehmen.

In vielen Fällen handelt es sich bei Greenwashing auch nicht um dreiste Lügen, sondern eher um gezielte Ablenkung. Der Fokus wird dann stark auf einige wenige nachhaltige Produkte oder einzelne Verarbeitungsschritte gelenkt, mit dem Ziel, dass die gesamte Marke als nachhaltig wahrgenommen wird.

Eine Modemarke kann sich z.B. mit der Verwendung von Bio Baumwolle einen grünen Anstrich geben. Solange die Arbeiter*innen, die die Kleidungsstücke nähen, aber weiterhin schamlos ausgebeutet werden, macht der Umstieg auf ökologisch Baumwolle nicht wirklich viel her.

Es geht also oft um den Vorwurf einer Doppelmoral bzw. um halbherziges Engagement, das nur betrieben wird, um sich irgendwie zumindest ein bisschen nachhaltig positionieren zu können.

In diesem Video beschäftigt sich Maximilian Leschanz noch einmal im Detail mit dem Thema Greenwashing:

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Weitere Informationen über Greenwashing findest Du auch auf diesen Seiten:

Modelle & Konzepte der Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist ein recht komplexer Begriff, der auf den ersten Blick vielsagend und nichtssagend zugleich ist (was zum Teil wohl auch am inflationären Gebrauch liegt). Mithilfe verschiedener Modelle und Konzepte wird versucht, den Begriff bzw. das Prinzip der Nachhaltigkeit zu konkretisieren und fassbar zu machen.

Am bekanntesten ist wohl das sogenannte Dreieck der Nachhaltigkeit. Ein sehr ähnliches Konzept, das auf denselben theoretischen Annahmen beruht, ist das Drei-Säulen-Modell. Beiden Modellen ist gemein, dass sie die Nachhaltigkeit in drei Dimensionen unterteilen:

  • Ökologie (Umwelt)
  • Soziales (Mensch)
  • Ökonomie (Wirtschaft)

Beide Modelle gehen davon aus, dass alle drei Aspekte gleich wichtig sind und kein Bereich bevorzugt werden sollte. Zwar bedingen sich die Bereiche gegenseitig – allerdings bauen sie nicht zwingend aufeinander auf.

Die beiden Modelle werden grafisch folgendermaßen dargestellt:

Dreieck der Nachhaltigkeit / Nachhaltigkeitsdreieck (Vektor-Grafik)

Das Dreieck der Nachhaltigkeit (Nachhaltigkeitsdreieck)

Das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit (Vektor-Grafik)

Das klassische Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit.

Im folgenden werfen wir einen detaillierten Blick auf die drei Dimensionen:

Ökologie (Ökologische Nachhaltigkeit)

Im Bereich Ökologie geht es vor allem um die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen bzw. die Umstellung auf die Nutzung (kurzfristig) erneuerbarer Ressourcen. Auch der Tierschutz und der Schutz von Lebensräumen nimmt eine wichtige Rolle ein.

Im Fokus vieler Interessenparteien steht vor allem das Bemühen, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren, um die Erderwärmung aufzuhalten bzw. sie gänzlich zu verhindern.

Darüber hinaus fallen in den Bereich der Ökologie auch die klassischen Aspekte des Umweltschutzes wie etwa eine Landwirtschaft nach ökologischen Prinzipien, die Vermeidung von Plastikmüll und der Verzicht auf Produkte, die mithilfe von giftigen Chemikalien produziert werden.

Soziales (Soziale Nachhaltigkeit)

Immer wenn es um soziale Aspekte geht, steht der Mensch im Vordergrund. Entscheidend für ein friedliches Zusammenleben ist zuallererst immer der Umgang mit unseren Mitmenschen.

Um allen Mitgliedern unserer Gesellschaft ein würdevolles, freies und gerechtes Leben zu ermöglichen, bedarf es u.a. erstklassiger Bildung, Chancengleichheit, einer vernünftigen Altersabsicherung und Gerechtigkeit.

Jeder Mensch sollte unabhängig von seiner Herkunft, die Chance erhalten, sich selbst zu verwirklichen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Nicht zu vernachlässigen ist auch eine freie und stabile demokratische Grundordnung, die es den Menschen überhaupt erst ermöglicht, sich aktiv einzubringen und auch selbst Verantwortung zu übernehmen.

Ökonomie (Ökonomische Nachhaltigkeit)

Im Bereich der Ökonomie geht es vor allem darum, dass das Unternehmenswachstum nicht immer an erster Stelle steht bzw. dass das Wachstum nicht um jeden Preis und auf Kosten anderer durchgesetzt wird.

Eine absolute Form des nachhaltigen Unternehmertums ist das sogenannte Social Business. Dabei werden die Gewinne vollständig gespendet und/oder in nachhaltige bzw. soziale Projekte reinvestiert.

Beispiele für deutsche Social Businesses sind z.B. die Ecosia GmbH (Betreiber der gleichnamigen Internet-Suchmaschine Ecosia) und die Shift GmbH (ein deutscher Hersteller von fairen Smartphones).

Aber auch „normale“ gewinnorientierte Unternehmen können und müssen gesellschaftliche und umwelttechnische Verantwortung übernehmen. Dieses Engagement wird auch unter dem Begriff der Corporate Social Responsibility (CSR) zusammengefasst. Darunter fällt z.B. eine mitarbeiterorientierte Personalpolitik, faire Arbeitsbedingungen entlang der gesamten Lieferkette und allgemein lautere Geschäftspraktiken.

Gibt es Kritik an den Modellen?

Sowohl das Drei-Säulen-Modell als auch das Nachhaltigkeitsdreieck gehen davon aus, dass alle drei Dimensionen (Ökologie, Soziales und Ökonomie) gleichberechtigt sind. Genau das werfen Kritiker den Konzepten jedoch vor.

Das Problem:

Durch die Gleichberechtigung der drei Dimensionen wird der Eindruck erweckt, dass etwas weniger Nachhaltigkeit im Bereich X durch ein wenig mehr Nachhaltigkeit im Bereich Y ausgeglichen werden könnte.

Ein Beispiel:

Für eine anstehende Weltmeisterschaft werden mehrere Fußballstadien inkl. Zufahrtsstraßen und sonstiger Infrastruktur aus dem Boden gestampft. Dazu werden u.a. massenhaft Bäume gefällt und Lebensräume zerstört. Nach der WM werden die Stadien dann kaum richtig genutzt. Kurzum: aus ökologischer Sicht ist das ein Desaster.

Wenn man von den Modellen ausgeht, kann dieses Vorgehen aber sehr leicht mit den sozialen und auch ökonomischen Aspekten gerechtfertigt werden. Schließlich bietet man den Menschen eine tolle kulturelle Unterhaltung. Außerdem holt man Fußballfans aus aller Welt ins eigene Land, wovon z.B. die Gastronomiebranche und das Hotelgewerbe wirtschaftlich stark profitieren.

Bei dieser beliebigen gegenseitigen Aufrechnung der drei nachhaltigen Dimensionen spricht man auch von „schwacher Nachhaltigkeit“.

Das gewichtete Säulenmodell (Vorrangmodell)

Das gewichtete Säulenmodell (Vorrangmodell) ist eine Weiterentwicklung bzw. Abwandlung des klassichen Nachhaltigkeitsdreiecks bzw. Drei-Säulen-Modells.

Auch das gewichtete Säulenmodell orientiert sich an den drei Dimensionen Ökologie, Soziales und Ökonomie. Allerdings werden die drei Aspekte nicht gleich behandelt, sondern gezielt gewichtet bzw. sortiert.

Demnach steht die Ökologie immer an erster Stelle. Danach folgt die Soziale Dimension und erst dann kommt die Ökonomische Dimension ins Spiel.

Die Begründung für diese Reihenfolge ist einleuchtend:

Nur in einer gesunden Umwelt [Ökologie] findet der Mensch geeignete Lebensbedingungen vor, in der er gesellschaftliche Strukturen [Soziales] etablieren kann, aus denen heraus durch wirtschaftliches Handeln [Ökonomie] Wohlstand entstehen kann.

Das gewichtete Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit / Vorrangmodell (Vektor-Grafik)

Das gewichtete Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit.

Weitere Modelle

Neben den bereits genannten Konzepten, gibt es noch weitere Modelle bzw. Modellvarianten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, das Prinzip der Nachhaltigkeit zu veranschaulichen.

Das Viereck der Nachhaltigkeit:
Das Viereck der Nachhaltigkeit bezieht neben den drei bekannten Dimensionen Ökologie, Soziales und Ökonomie auch noch eine vierte Dimension hinzu. Je nach Modell und Quelle ist dies entweder die politische Dimension oder die kulturelle Dimension.

Mit diesem zusätzlichen Aspekt ist das Viereck der Nachhaltigkeit etwas detaillierter als das Dreieck der Nachhaltigkeit, bei dem sowohl die politischen als auch kulturellen Aspekt in den Bereich Soziales eingeordnet werden.

Zauberscheiben der Nachhaltigkeit:
Auch das Modell der Zauberscheiben der Nachhaltigkeit orientiert sich grundsätzlich an den drei bekannten Dimensionen, nennt diese aber ein wenig anders: Umwelt, Gesellschaft/Soziales und Wirtschaft.

Das Modell unterscheidet sich dahingehend, dass die einzelnen Dimensionen jeweils durch einige Unterkategorien / Schlüsselwörter näher definiert werden. Der Aspekt „Umwelt“ wird beispielsweise durch folgende Unterthemen ergänzt: Luft, Energie, Biodiversität, Abfall, Ressourcen, Umweltschutz. — Das Zauberscheiben-Modell im Detail.

Nachhaltigkeit umsetzen: Effizienz, Konsistenz & Suffizienz

Wir haben uns nun angeschaut, was Nachhaltigkeit bedeutet und mit welchen Modellen man das Prinzip erfahrbar machen kann.

Bleibt die Frage, wie man die nachhaltige Entwicklung vorantreiben und Nachhaltigkeitsziele erreichen kann.

Im Vordergrund stehen hier drei Strategien:

  • die Strategie der Effizienz
  • die Strategie der Konsistenz
  • die Strategie der Suffizienz

3 Prinzipien der Nachhaltigkeit: Effizienz, Konsistenz und Suffizienz

Wenn diese drei Strategien sowohl von der Politik als auch von den Unternehmen und jedem einzelnen konsequent verfolgt und umgesetzt werden, können große Ziele erreicht werden.

Effizienz

Die Effizienz zielt darauf ab, durch den Einsatz verbesserter Technologien weniger Energie zu verbrauchen und die (begrenzten) Ressourcen zu schonen.

Als Beispiel kann etwa der Umstieg von Glühbirnen auf stromsparende LED-Lampen genannt werden. Grundsätzlich fallen auch alle Elektrogeräte in diese Kategorie, die durch technischen Fortschritt und Innovationen weit weniger Energie benötigen als noch vor 20 Jahren.

Konsistenz

Bei der Konsistenz geht es darum, auf besonders langlebige bzw. im Optimalfall auf wiederverwertbare Lösungen / Produkte zu setzen, um damit die (begrenzten) Ressourcen zu schonen und auch die Menge an Abfall zu reduzieren.

Beispiele sind etwa der Umstieg von Einweg-Plastiktüten auf wiederverwendbaren Einkaufsnetzen aus Baumwolle oder auch das Trinken von Leitungswasser gegenüber dem Kauf von Wasser in Plastikflaschen.

Ein weiteres Paradebeispiel für eine konsistente Lösung sind sogenannte Unverpackt-Läden, in denen man sich die Lebensmittel in selbst mitgebrachten Behältern abfüllen kann. Die verwendeten Gläser, Boxen und Netze können theoretisch immer wieder verwendet werden.

Suffizienz

Die Strategie der Suffizienz zielt ganz einfach darauf ab, weniger bzw. bewusster zu konsumieren und dadurch auch indirekt die Produktion von bestimmten Produkten zu drosseln.

Ein Teilaspekt der Suffizienz ist auch der Kauf von besonders robusten, langlebigen und auch reparierbaren Produkten, die man seltener oder überhaupt nicht mehr neu kaufen muss.

Um Deinen Konsum zu reduzieren kannst Du Dir z.B. Gartengeräte oder auch Elektrogeräte über diverse Plattformen ganz einfach mieten, anstatt sie für viel Geld zu kaufen.

Nachhaltigkeit messen (Indikatoren)

Um Nachhaltigkeit bzw. den Fortschritt einer Entwicklung zu mehr Nachhaltigkeit zu messen, bedarf es eindeutiger Indikatoren, die quantifizierbar sind.

Da der Weg hin zu mehr Nachhaltigkeit jedoch ganz unterschiedliche Formen annehmen kann, ist es sehr schwer, allgemein gültige Messgrößen zu bestimmen, die immer angewendet werden können.

Vielmehr bedarf es individueller Indikatoren, mit denen der Fortschritt gemessen werden kann.

Bei Fragen des Umwelt- und Klimaschutzes kann mit modernen Messinstrumenten beispielsweise die Feinstaubbelastung in vielbefahrenen Straßen gemessen werden. Auch der Anteil an erneuerbaren Energien für die Stromversorgung kann relativ einfach gemessen werden.

Ebenso können Faktoren der ökonomischen Dimension ohne Weiteres gemessen werden. Darunter etwa der prozentuale Anteil an fair eingekauften Rohstoffen, der Papierverbrauch im Büro oder ganz klassisch der Stromverbrauch.

Der Stromverbrauch ist auch für den privaten Bereich von großer Bedeutung. Weiterhin kann beim Einkauf der Anteil an Waren mit Bio- oder Fairtrade-Siegel gecheckt werden. Beim eigenen Auto gibt auch der Kilometerstand Auskunft darüber, wie nachhaltig man im letzten Monat oder Jahr unterwegs war.

Schwerer wird es, wenn Aspekte der Sozialen Dimension gemessen werden sollen. Kennzahlen wie etwa das Durchschnittsgehalt, die Frauenquote, oder der Gender-Pay-Gap lassen sich zwar meist noch ohne Probleme messen.

Glück, Zufriedenheit oder psychische Gesundheit lassen sich dagegen nur sehr schwer messen. Zumindest darf etwa die Zuverlässigkeit von Umfragen oder Erhebungen infrage gestellt werden.

Da Emotionen und Gefühle von jedem Menschen individuell wahrgenommen und empfunden werden, ist es schwer, über die Selbstauskunft (z.B. im Rahmen einer Umfrage) valide / brauchbare Ergebnisse zu erhalten.

7 Beispiele für Nachhaltigkeit aus verschiedenen Bereichen

Das Thema Nachhaltigkeit betrifft viele Aspekte des täglichen Lebens. Im folgenden schauen wir uns sieben Beispiele aus unterschiedlichen Bereichen genauer an:


Ernährung

Wirtschaft

Tourismus

Modeindustrie

Aktien / ETF

Forstwirtschaft

Architektur

Nachhaltigkeit bei Ernährung, Lebensmitteln & Einkauf

Eine nachhaltige Ernährung ist in den meisten Fällen sowohl für unsere eigene Gesundheit als auch für die Umwelt von Vorteil. Um Deine Ernährung nachhaltiger zu gestalten, musst Du Dich aber nicht zwingend strikt vegan ernähren.

Hier einige Anregungen für eine nachhaltige Ernährung:

➔ regionale Bio-Produkte
Achte beim Kauf von Obst und Gemüse auf das Bio-Siegel. Bei Produkten mit Siegel wird beim Anbau u.a. auf den Einsatz von Pestiziden und Gentechnik verzichtet. Zusätzlich kannst Du schauen, ob regionale Produkte angeboten werden. Die haben meist einen kürzeren Lieferweg als importierte Waren.

➔ Fairtrade
Bei Kaffee und Produkten, die aus Kakao hergestellt werden, kannst Du auf das Fairtrade-Siegel achten. So gehst Du sicher, dass die lokalen Bauern fair bezahlt wurden und keine Kinder auf den Plantagen arbeiten müssen.

➔ Verzicht auf Fleisch
Durch den Verzicht auf Fleisch müssen weniger Tiere gehalten / gezüchtet werden. Das hat direkte Auswirkungen auf das Klima: die Massentierhaltung macht knapp 15% der weltweiten Treibhausgasemissionen aus. Kein Wunder, schließlich verursacht allein ein Kilogramm Rindfleisch auf seinem Weg vom Feld auf unseren Teller ca. 28 Kilogramm CO2.

➔ Mehrwegflaschen aus Glas
Beim Kauf von Getränken solltest Du auf Mehrwegflaschen zurückgreifen – am besten aus Glas. Diese können bis zu 50 mal neu befüllt werden (Plastikflaschen nur etwa 20 mal). Noch umweltfreundlicher ist ein Umstieg auf Leitungswasser.

In diesem Video stellt der WWF 5 Lebensmittel vor, die nicht nur gesund, sondern auch gut für die Umwelt sind:

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Weitere Informationen und Tipps findest Du hier:

Nachhaltigkeit in der Wirtschaft

Nach dem gewichteten Drei-Säulen-Modell steht die Wirtschaft hinter der ökologischen und sozialen Dimension nur an dritter Stelle. Dennoch kommt ihr auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit eine sehr wichtige Rolle zuteil.

Die Einordnung der Wirtschaft im komplexen Gefüge der Nachhaltigkeit ist zwiegespalten:

Auf der einen Seite ist die Wirtschaft die Quelle neuer und umweltfreundlicher Lösungen und der größte Innovationstreiber im Land. Auf der anderen Seite verschlingt sie naturgemäß aber auch einen Großteil der zur Verfügung stehenden (knappen) Ressourcen.

Fest steht: Gewinne sollen und dürfen nicht auf Kosten der Umwelt oder auf Kosten anderer Menschen erzielt werden. Sei es durch den Einsatz giftiger Chemikalien oder das Ausbeuten von Arbeitskräften.

Dabei müssen wir uns aber auch vor Augen halten, dass eine funktionierende Marktwirtschaft immer aus zwei „Spielern“ besteht: den Unternehmen auf der einen und den Verbrauchern auf der anderen Seite.

Nun kann man sich die – zugegebenermaßen provokante – Frage stellen, wer von beiden schlimmer ist:

Die Unternehmen, die ihre Produkte unter katastrophalen Bedingungen produzieren lassen oder die Verbraucher, die diese Produkte munter kaufen, obwohl sie sich den Bedingungen bewusst sind?

Doch anstatt sich die Schuld gegenseitig in die Schuhe zu schieben, müssen beide Spieler zusammenarbeiten, um einen echten Wandel zu initiieren.

Ein Beispiel für die Macht des Marktes:

Kaum steigt das Interesse an nachhaltiger Mode, kündigen sogar große Billig-Modeketten und Versandhäuser an, den Anteil an recycelten und/oder nachhaltigen Fasern in naher Zukunft zu steigern. Auf einmal sieht man überall grüne Fähnchen und Etiketten, die Nachhaltigkeit versprechen.

Klar, solange Kinder in Nähfabriken arbeiten müssen und giftige Chemikalien, die z.B. für die Jeans-Produktion verwendet werden, in die Flüsse abgeleitet werden, ist nicht viel gewonnen. Doch es ist immerhin ein Anfang und zeigt, wie es funktionieren kann.

Selbstverständlich müssen sich auch die Unternehmen aller Branchen selbst hinterfragen, ob es wirklich ein lohnenswertes Ziel ist, immer billigere Produkte auf Kosten von Mensch und Umwelt herzustellen.

Gerhard Hinterkörner ist Initiator der neu gegründeten Plattform Movement 21. Er ist überzeugt, dass man Wirtschaft auch ganz anders denken kann, als dies aktuell der Fall ist.

Er berichtet:

„Ich habe in meiner Plattform bereits Unternehmer, die diesen Gedanken, diesen Schritt schon vor einigen Jahren gegangen sind […] und die ernten jetzt schon die Früchte. Wir sehen, es ist absolut profitabel und die Mitarbeiter sind auf einem ganz anderen Level der Zufriedenheit.“[3]

Weiterführende Informationen findest Du hier:

Nachhaltigkeit im Tourismus

Auf den ersten Blick bringt der Tourismus sehr viel Wohlstand in die Urlaubsländer. In beliebten Reisezielen wie etwa den Malediven oder den britischen Jungferninseln beträgt der Anteil der Tourismusbranche am Bruttoinlandsprodukt (BIP) deutlich über 50%[4].

Trotz seiner durchaus positiven Auswirkungen hat insbesondere der Massentourismus jedoch weitreichende Folgen für Mensch und Umwelt. Dies fängt schon beim Transport an.

Gerade Inselstaaten können ausschließlich mit dem Flugzeug erreicht werden. Der Hin- und Rückflug von Düsseldorf auf die Malediven verbraucht laut dem „Atmosfair-Rechner“ in der Economy-Class gut 4.440 kg CO2.

Wo sich viele Menschen aufhalten, wird auch viel Wasser verbraucht – hinzu kommen viele zusätzliche Abfälle.

Neben den Belastungen für die Umwelt kann darüber hinaus auch die einheimische Kultur unter dem Massentourismus leiden. In Touristenhochburgen wie etwa Venedig wird das normale Leben stark zurückgedrängt.

Um den negativen Auswirkungen entgegenzutreten, gibt es das Konzept des nachhaltigen Tourismus (auch: „sanfter Tourismus“).

Ziel ist es, die Umwelt zu schützen und die einheimische Bevölkerung zu respektieren und zu unterstützen. Dies gelingt etwa durch die Reise mit Bus und Bahn, den Kauf regionaler Produkte und den Verzicht auf Club- bzw. All-Inclusive-Urlaube.

In diesem Video werden die Probleme und mögliche Lösungsansätze noch einmal anschaulich zusammengefasst:

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Weitere Informationen: erhältst Du auch beim Umweltbundesamt.

Nachhaltigkeit in der Modeindustrie

Dass die Modeindustrie von Ausbeutung und dem Einsatz von teils giftigen Chemikalien geprägt ist, ist seit vielen Jahren bekannt. Dennoch verbessern sich die Bedingungen nur sehr schleppend. Die Nachfrage nach billiger „Fast Fashion“ ist ungebrochen.

Neben den desaströsen Arbeitsbedingungen in den Nähfabriken kommt auch unsere Umwelt zu schaden. Der Anbau von Baumwolle verbraucht z.B. sehr viel Wasser (ca. 11.000 Liter für 1 kg). Darüber hinaus werden die Baumwollpflanzen mit regelrechten „Giftduschen“ überzogen, um gegen Schädlinge vorzugehen.

In diesem Beitrag von „Galileo“ wird gezeigt, unter welchen Bedingungen unsere Kleidung in Bangladesch hergestellt wird:

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Was die ganze Sache noch jämmerlicher macht, ist der Umstand, dass eben nicht nur die großen Modeketten, sondern auch viele Designer- und Luxus-Label in Südostasien unter denselben Bedingungen produzieren lassen.

Um diesen Zuständen ein Ende zu bereiten, muss ein Umdenken stattfinden. Als Verbraucher müssen wir unsere Marktmacht einsetzen und uns aktiv für faire produzierte Mode aus Bio Baumwolle und anderen nachhaltigen Materialien wie recycelten Stoffen und veganem Leder (z.B. Ananasleder) entscheiden.

Um ein noch deutlicheres Zeichen zu setzen, kannst Du Deinen Modekonsum insgesamt reduzieren und beispielsweise auch auf Second Hand-Mode zurückgreifen.

Weitere Informationen:

Nachhaltigkeit an der Börse (Aktien / ETF)

Durch die anhaltend niedrigen Zinsen greifen immer mehr Privatanleger auf Aktiendepots bzw. sogenannte ETFs (Exchange Traded Funds) zurück, um ihr Geld möglichst gewinnbringend anzulegen.

Anstatt das Geld nur in eine einzige Aktie zu stecken, wird es bei einem ETF auf mehrere Aktien verteilt. Das Risiko eines plötzlichen Kurseinbruchs soll dadurch reduziert werden (Fachbegriff: „Diversifikation“).

Viele ETFs enthalten jedoch u.a. auch Aktien von Waffen-, Tabak- und Erdöl-Konzernen. Wer Wert auf Nachhaltigkeit und ein friedliches Miteinander legt, wird sich damit nur schwer anfreunden können…

Glücklicherweise gibt es aber auch Alternativen!

Bei der Auswahl der Unternehmen, die für einen nachhaltigen ETF infrage kommen, orientieren sich die Fondsgesellschaften an den sogenannten ESG-Kriterien. ESG steht für „Environment, Social und Governance“ (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung).

Das Problem: wie genau die Fondsgesellschaften bei der Auswahl der Unternehmen vorgehen, ist nicht einheitlich geregelt. Zu einem gewissen Maß musst Du also den Betreibern des ETFs vertrauen. Natürlich kannst Du darüber hinaus auch immer manuell prüfen, welche Unternehmen im jeweiligen Index enthalten sind.

Um den Sinn und Zweck eines ETFs (also ein möglichst breit gestreutes Aktienportfolio) aufrechtzuerhalten, müssen teilweise Kompromisse eingegangen werden. Wer zu viele Unternehmen ausschließt, erhöht unweigerlich das Risiko von Schwankungen.

In diesem Video erläutert Saidi Sulilatu von FINANZTIP, worauf es bei nachhaltigen ETFs ankommt:

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Auf diesen Seiten findest Du weitere Informationen zum Thema:

Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft

Mit ca. 11,4 Millionen Hektar ist Deutschland zu gut einem Drittel (32%) mit Waldfläche bedeckt. Damit die Fläche nicht schrumpft und uns die lebenswichtigen Funktionen des Waldes auch in Zukunft erhalten bleiben, bedarf es einer nachhaltigen forstwirtschaftlichen Nutzung.

Hans Carl von Carlowitz mahnte bereits 1713 an, immer nur so viel Bäume zu schlagen, wie in gegebener Zeit auch nachwachsen können. Diese Leitlinie wird im Rahmen einer nachhaltigen Forstwirtschaft auch heute noch befolgt.

Über dieses grundlegende Prinzip hinaus hat die Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa („FOREST EUROPE“) sechs Kriterien festgelegt, um eine nachhaltige Wald- und Forstwirtschaft zu gewährleisten.

➔ Prinzip 1: Erhaltung und angemessene Aufwertung der forstlichen Ressourcen und Sicherung ihres Beitrags zum globalen Kohlenstoffkreislauf.

➔ Prinzip 2: Erhaltung der Gesundheit und Vitalität von Waldökosystemen.

➔ Prinzip 3: Erhaltung und Förderung der Produktionsfunktion der Wälder, sowohl für Holz als auch für Nicht-Holzprodukte.

➔ Prinzip 4: Erhaltung, Schutz und sinnvolle Aufwertung der biologischen Diversität in Waldökosystemen.

➔ Prinzip 5: Erhaltung, Schutz und angemessene Verbesserung der Schutzfunktion bei der Waldbewirtschaftung (insbesondere in den Bereichen Boden und Wasser).

➔ Prinzip 6: Aufrechterhaltung anderer sozioökonomischer Funktionen und Bedingungen.

Weiterführende Informationen zum Thema findest Du auch auf diesen Seiten:

Nachhaltigkeit im Bauwesen & in der Architektur

Das Gebiet der nachhaltigen Architektur ist ziemlich komplex, da alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit abgedeckt werden:

Gebäude und Häuser müssen für die Bauherren wirtschaftlich sein (ökonomische Dimension), einen geringen Energiebedarf aufweisen (ökologische Dimension) und auch kulturelle und soziale Aspekte berücksichtigen (soziale Dimension).

Nicht selten kommt es bei der Planung zu Konflikten, etwa bei der Frage nach der richtigen Dämmung:

Synthetische Dämmstoffe wie etwa Styropor weisen zwar ausgezeichnete Dämmeigenschaften auf, sind in der Herstellung aber alles andere als nachhaltig (Styropor wird mithilfe von Erdöl produziert).

Um gute Dämmwerte zu erreichen und zugleich auch noch die Umwelt zu schonen, kommen z.B. gepresste Hanffasern oder Schafwolle zum Einsatz. Einen übersichtlichen Vergleich von ökologischen Dämmstoffen findest Du auf wohnglueck.de.

Seit wenigen Jahren erlebt außerdem der fast vergessene Baustoff Holz seine Renaissance. Immer häufiger setzen Architekten und Bauherren auf die sogenannte Holz-Hybrid-Bauweise. Holz ist recht günstig im Einkauf und – was noch viel wichtiger ist – es wächst schnell nach!

Um den Vorgaben des Brandschutzes zu entsprechen, wird der Holzbau durch massive Bauelemente aus Beton ergänzt und stellenweise mit nicht brennbaren Gipsfaserplatten verkleidet.

Weitere Hintergrundinformationen:

Nachhaltigkeit in Unternehmen

Das Thema Nachhaltigkeit wird für Unternehmen immer wichtiger. Junge und gut ausgebildete Arbeitnehmer*innen verlangen nicht mehr nur ein ordentliches Gehalt.

Sie möchten sich sowohl mit dem Unternehmen selbst als auch mit seinen Produkte oder Dienstleistungen identifizieren können.

Darüber hinaus werden flache Hierarchien, Weiterbildungsmöglichkeiten und eine angenehme Arbeitsumgebung quasi vorausgesetzt. Unternehmen, die von Beginn an auf solche vermeintlich „weichen“ Faktoren achten, können langfristig z.B. von einer geringen Mitarbeiterfluktuation profitieren.

Nachhaltigkeit wird von vielen Führungskräften oft noch mit Mehrkosten in Verbindung gebracht. Dabei kann das Unternehmen durch nachhaltige Entscheidungen sogar Geld sparen – etwa durch die Nutzung energieeffizienter Hardware.

Durch clevere Strategien kann die nachhaltige Ausrichtung der Firma auch gewinnbringend kommuniziert werden. Mit einem nachhaltigen Image lassen sich – je nach Produkt – womöglich sogar höhere Preise erzielen.

Kunden erwarten heutzutage, dass sich ein Unternehmen Gedanken über den eigenen ökologischen Fußabdruck macht. Verpackungen aus recyceltem Karton und der Verzicht auf Plastik gehören etwa für Online-Shops schon fast zum Standard.

Zu guter Letzt können Unternehmen, die nachhaltige Investitionen tätigen ggf. auch Fördermittel erhalten, die ihnen sonst verwehrt geblieben wären.

Hier einige Beispiele / Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Unternehmen:

Berufsbekleidung aus Bio-Baumwolle — Bezug von Ökostrom — nur noch im Notfall ausdrucken — Dienstfahrräder zur Verfügung stellen — Toilettenpapier und Taschentücher aus Recyclingpapier

Für die nachhaltige Transformation des eigenen Unternehmens lohnt sich ggf. auch die Inanspruchnahme einer professionellen Beratung.

Weitere Informationen zu diesem spannenden Thema findest Du hier:

Nachhaltigkeit im Alltag

Ob im privaten Umfeld, in den Social-Media oder in den Medien: Von allen Seiten werden wir täglich mit Tipps, Tricks und Strategien bombardiert, die uns dabei helfen sollen, unseren Alltag nachhaltiger zu gestalten.

Schnell entsteht der Eindruck, dass wir gefühlt alles falsch machen und quasi im Alleingang die Erde zerstören. Der einzige Ausweg aus dieser misslichen Lage scheint ein asketischer Lebensstil zu sein, der von Verzicht (und Humorlosigkeit) geprägt ist.

Die Frage eines nachhaltigen Lebensstils wurde in den letzten Jahren immer weiter moralisch aufgeladen.

Wer ab und zu gerne mal in einen Hamburger beißt oder nach Amerika fliegt, weil er unbedingt einmal New York sehen möchte, muss sich rechtfertigen. Insbesondere im privaten Umfeld kommt es hin und wieder zu Zerwürfnissen und aufgekündigten Freundschaften.

Journalist*innen sehen sich teilweise gezwungen, sich für ihre Autofahrten zu Interviewpartnern schon einmal prophylaktisch zu entschuldigen und natürlich den CO2-Ausstoß zu „kompensieren“. In einem Nutzer-Kommentar wurde die Kompensation des CO2-Ausstoßes als „Ablassbrief des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet.

An dieser Stelle möchten wir klarstellen, dass es selbstverständlich absolut Sinn ergibt, auf passende nachhaltige Alternativen zurückzugreifen und z.B. mit dem Fahrrad zum Bäcker zu fahren oder einmal vegane Gerichte auszuprobieren.

Aus unserer Sicht ist es aber von elementarer Bedeutung, dass wir das Thema nicht zu einer Religion machen.

Denn: mit Fanatismus und Schwarz-Weiß-Denken erreicht man in der Regel nur sehr wenig und im Zweifel sogar das Gegenteil. Um aus Dale Carnegie’s Klassiker „Wie man Freunde gewinnt“ zu zitieren:

Haben Sie je darüber nachgedacht, dass es auf der ganzen Welt nur einen einzigen Weg gibt, einen Menschen dazu zu bringen, etwas Bestimmtes zu tun? Man muss erreichen, daß er es selber tun will! Eine andere Möglichkeit gibt es nicht.[5]

Um den Klimawandel aufzuhalten, ein nachhaltigeres Leben zu führen und innovative Lösungen zu finden, müssen wir gemeinsam an einem Strang ziehen. Wir müssen unsere Mitmenschen für Alternativen begeistern, anstatt Sie für Ihre Fehltritte abzukanzeln.

Wer einen Blick in die Vergangenheit wirft, wird feststellen, dass es genügend Beispiele gibt, die uns zeigen, dass wir mit der scharfen Verurteilung von Menschen, die eine andere Meinung vertreten, nicht sehr weit kommen…

Kleine Veränderung, große Wirkung

Klar, je nachhaltiger wir unser Leben gestalten, desto besser. Am Beispiel Fleischkonsum möchten wir im folgenden aber auch zeigen, dass schon scheinbar winzige Veränderungen großes bewirken können:

Im Jahr 2019 lag der Pro-Kopf-Konsum von Fleisch in Deutschland bei etwa 60 Kilogramm[6] – das sind knapp 164 Gramm pro Tag. Jetzt kann man sich ausrechnen, was es bringen würde, wenn jeder Deutsche im ganzen Jahr nur an sieben Tagen (!) bewusst auf Fleisch verzichten würde.

Dieser winzig kleine kollektive Verzicht würde den jährlichen Fleischkonsum um 95.284 Tonnen reduzieren.

Angenommen es würde nur Schweinefleisch verzehrt werden. Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Schlachtausbeute würden wir mit einem aktiven Fleischverzicht an nur sieben Tagen im Jahr umgerechnet 1.058.711 Schweinen das Leben retten.

Natürlich ist das nur ein statistisches Zahlenspiel. Es zeigt jedoch, welch enorme Auswirkungen scheinbar winzige Veränderungen haben können. Jetzt kannst Du Dir vorstellen, was es ausmachen würde, wenn jeder „nur“ noch jeden zweiten Tag Fleisch essen würde…

Fest steht: mit kleinen Veränderungen, die kollektiv umgesetzt werden, lässt sich sehr viel erreichen.

Zum Abschluss möchten wir Dir aber trotzdem noch einige Quellen mit hilfreichen Tipps an die Hand geben, die Dir dabei helfen, Deinen Alltag nachhaltiger zu gestalten.

Gehe als gutes Beispiel voran und verändere die Welt! 🙂 Wie sagte Gandhi einst:

„Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“

In diesem schönen Video gibt Marie viele Anregungen für ein nachhaltigeres Leben:

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Weitere hilfreiche Tipps und Denkanstöße für einen nachhaltigeren Alltag findest Du auf diesen Seiten:

Nachhaltige Jobs / Praktika

Immer mehr Menschen sind auf der Suche nach Jobs und auch Praktika in nachhaltigen Branchen. Es geht nicht mehr nur darum, mit dem Job ein ordentliches Auskommen für sich und seine Familie zu erzielen, sondern vor allem darum, einer sinnerfüllten Tätigkeit nachzugehen.

Denn was bringt es Dir, auf einem Berg von Geld zu sitzen, wenn Du Dich jeden Morgen aus dem Bett quälen musst, um Dich auf den Weg zu Deinem ungeliebten Job zu machen? Langfristig geht das nicht gut.

Ein „nachhaltiger Job“ kann viele Formen und Ausprägungen annehmen: Mitarbeiter*in in der PR-Abteilung einer wohltätigen Organisation, Landschaftsarchitekt*in, Verkaufsmitarbeiter*in in einer Gärtnerei oder Online-Marketing Manager*in für ein Unternehmen aus der Branche der erneuerbaren Energien.

Wir haben für Dich eine große Übersicht mit über 18.000 grünen Jobs aus 17 verschiedenen Jobbörsen zusammengestellt: Jetzt nachhaltige / grüne Jobs finden!

Nachhaltigkeit im Studium

Du bist Schüler und möchtest Dich in Deinem Studium mit Nachhaltigkeit und/oder Umweltschutz auseinandersetzen? Dann bist Du hier richtig!

Auf den folgenden Seiten findest Du nachhaltige Studiengänge:

➔ Utopia.de: Hier findest Du nachhaltige Studiengänge aus vielen verschiedenen Bereichen wie etwa Ingenieurwissenschaften, Wirtschaft und Sozialwissenschaften. — Studiengänge ansehen.

➔ NachhaltigeJobs.de: Hier findest Du viele spannende nachhaltige Studiengänge mit tollen Bezeichnungen wie etwa „Business Ethics und CSR-Management“ oder „Sustainable Food Systems“. — Studiengänge ansehen.

Nachhaltigkeit in der Schule

Noch nie war eine Generation so sehr für Themen wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit sensibilisiert wie die Generation Z (Jahrgänge ca. 1997-2012).

Nicht zuletzt ist das auch auf das Engagement der jungen Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg zurückzuführen, die für viele Kinder und Jugendliche eine Identifikationsfigur darstellt.

Um das Bewusstsein der jungen Generation noch weiter zu schärfen und aufzuzeigen, wie Nachhaltigkeit in der Praxis umgesetzt werden kann, muss das Thema im Schulunterricht aufgegriffen und aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden.

Auf folgenden Seiten finden Lehrer*innen und Betreuer*innen vielfältige Hintergrundinformationen und diverse Materialien für die Gestaltung des Unterrichts:

  • ➔ Umwelt im Unterricht: Die Website wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit betrieben und bietet eine Vielzahl an Materialien für verschiedene Altersstufen an. — Zur Website.
  • ➔ BMU für Kids: Hierbei handelt es sich um die Kinderseite des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Neben kostenlosen Mandalas und Rezepten werden wichtige Themen wie etwa die Luftverschmutzung kindgerecht erklärt. — Zur Website.
  • ➔ UNICEF Unterrichtsmaterial: Auf dieser Website von UNICEF werden verschiedene Unterrichtsmaterialien in Bezug auf die Nachhaltigkeitsziele. — Zur Website.
  • ➔ Deutscher Bildungsserver: Die Seite des deutschen Bildungsservers hat sehr viele Unterrichtsmaterialien, Hintergrundinformationen und Link- und Video-Tipps übersichtlich zusammengetragen. — Zur Website.
  • ➔ Bildung für nachhaltige Entwicklung: Auf dieser Seite finden sich zahlreiche Lernmaterialien zum Thema nachhaltige Entwicklung für alle Alters- und Bildungsstufen. — Zur Website.

Nachhaltige Siegel & Labels

Immer mehr Verbraucher achten beim Kauf von diversen Produkten und auch Dienstleistungen auf nachhaltige Faktoren. Das können etwa faire Arbeitsbedingungen sein, der Verzicht auf Pestizide oder ein geringer Stromverbrauch bei Elektrogeräten.

Um den Konsumenten die Suche nach nachhaltigen Produkten zu erleichtern, gibt es Siegel und Labels, die wahlweise von Organisationen, Vereinen oder auch vom Staat vergeben werden. Das Resultat ist jedoch ein regelrechter Siegel-Dschungel, der nicht selten für mehr Verwirrung als Klarheit sorgt.

Für eine erste Orientierung haben wir für Dich 28 sehr bekannte Siegel aus verschiedenen Bereichen herausgesucht. Die Übersicht soll vor allem zeigen, welche Siegel es gibt und wofür sie stehen – auf jedes Siegel im Detail einzugehen, würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen.

Wie transparent und/oder vertrauenswürdig ein Siegel ist, kannst Du auf der Website https://www.siegelklarheit.de/ nachprüfen (das Portal wurde von der Bundesregierung initiiert).

Agenda 2030 – 17 Nachhaltigkeitsziele der UN

Im Rahmen der 70. Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) haben sich im September 2015 alle 193 Mitglieder auf die sogenannte „Agenda 2030“ verständigt.

Die Agenda enthält insgesamt 17 Nachhaltigkeitsziele („Sustainable Development Goals“ – SDG), die allesamt bis zum Jahr 2030 erreicht werden sollen.

Die Ziele umfassen alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit: Umwelt, Soziales und Wirtschaft. Bei der Erarbeitung der Ziele hat man sie darüber hinaus auch noch einmal in 5 Bereiche unterteilt (die 5 P’s):

  • People
  • Planet
  • Prosperity
  • Peace
  • Partnership

Die 17 Ziele im Überblick:

Keine Armut

Kein Hunger

Gesundheit & Wohlergehen

Hochwertige Bildung

Geschlechtergleichheit

Sauberes Wasser & Sanitäreinrichtungen

Bezahlbare & saubere Energie

Menschenwürdige Arbeit & Wirtschaftswachstum

Industrie, Innovation & Infrastruktur

Weniger Ungleichheiten

Nachhaltige Städte & Gemeinden

Nachhaltige/r Konsum & Produktion

Maßnahmen zum Klimaschutz

Leben unter Wasser

Leben an Land

Frieden, Gerechtigkeit & starke Institutionen

Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Keine Armut

Kein Hunger

Gesundheit & Wohlergehen

Hochwertige Bildung

Geschlechtergleichheit

Sauberes Wasser & Sanitäreinrichtungen

Bezahlbare & saubere Energie

Menschenwürdige Arbeit & Wirtschaftswachstum

Industrie, Innovation & Infrastruktur

Weniger Ungleichheiten

Nachhaltige Städte & Gemeinden

Nachhaltige/r Konsum & Produktion

Maßnahmen zum Klimaschutz

Leben unter Wasser

Leben an Land

Frieden, Gerechtigkeit & starke Institutionen

Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Die selbst auferlegten Zielsetzungen der UN-Mitgliedsstaaten sind durchaus sehr lobenswert. Allerdings ist jeder Plan nur so gut wie seine Umsetzung – und an dieser mangelt es bisher noch.

Dr. Christian Kroll, Senior Expert Sustainable Development bei der Bertelsmann Stiftung, schreibt:

„Was als historischer Gipfel begann, könnte als reines Lippenbekenntnis enden. […] Die aktuelle Ausgabe des SDG-Reports zeigt, dass kein Land auf dem Weg ist, alle Ziele bis 2030 zu erfüllen.“[7]

Insbesondere die reichsten Mitgliedstaaten geben laut Kroll kein gutes Bild ab. Beispielsweise folgen die wenigsten G20-Staaten der UN-Vorgabe, mindestens 0,7% des eigenen Bruttoinlandsprodukts für die Entwicklungshilfe aufzuwenden.

Weiterhin verursachen die wohlhabenden Industrienationen z.B. durch eine ausgeprägte Konsumkultur hohe „Kosten“ in den Entwicklungsstaaten. Als Beispiel wird etwa der große Bedarf an Palmöl genannt (für den Anbau der Ölpalmen werden riesige Flächen Regenwald gerodet).

Weitere Informationen rund um die Agenda 2030 findest Du unter den folgenden Links:

Nachhaltigkeit in Deutschland (Nachhaltigkeitsstrategie)

Die aktuelle Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung orientiert sich stark an den 17 Nachhaltigkeitszielen der Agenda 2030. Allerdings wurde die erste Nachhaltigkeitsstrategie bereits im Jahr 2002 unabhängig von der Agenda beschlossen. Seitdem werden die Ziele regelmäßig aktualisiert und überarbeitet.

Zu den aktuellen Zielen gehören u.a. die Erhöhung des Anteils des ökologischen Landbaus an der landwirtschaftlichen Fläche auf 20% bis 2030 und die Erhöhung des Anteils an Strom aus erneuerbaren Quellen auf 65% bis 2030.

Weitere Informationen hierzu findest Du auf den Seiten der Bundesregierung.

Statistiken zum Thema Nachhaltigkeit

Im unübersichtlichen Dschungel aus Klimazielen, politischen Versprechen, Forderungen aus allen Richtungen und Protesten kann man schon einmal den Überblick verlieren.

Um sich einen möglichst objektiven Überblick über die tatsächlichen Umstände zu machen, muss man einen Blick auf Daten und Fakten werfen – ganz nach der Devise: Zahlen lügen nicht.

Sie können uns zeigen, wo wir stehen, wo wir hinwollen und was wir dafür tun müssen. Im folgenden haben wir einige verlässliche Quellen für Statistiken, Auswertungen und Daten-Analysen zusammengestellt:

Bücher, Magazine, Zeitschriften & Blogs über Nachhaltigkeit

In der folgenden Übersicht haben wir für Dich Bücher, Online-Magazine, Zeitschriften und Blogs zusammengestellt, die sich intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Schau Dich gerne einmal um und lass Dich inspirieren!

Alternativ findest Du auch in dieser Zusammenstellung 7 nachhaltige Blogs, die Du kennen solltest!

  • Bücher
  • Selbst denken, selbst machen, selbst versorgen
    Autor*in: Markus Bogner
    Erscheinungsdatum: 26.09.2016

  • Ohne Wenn und Abfall: Wie ich dem Verpackungswahn entkam
    Autor*in: Milena Glimbovski
    Erscheinungsdatum: 05.10.2017

  • Unsere Welt neu denken: Eine Einladung
    Autor*in: Prof. Dr. Maja Göpel
    Erscheinungsdatum: 28.02.2020

  • Nachhaltigkeit
    Autor*in: Dr. Iris Pufé
    Erscheinungsdatum: 11.09.2017

  • Das Minimalismus-Projekt: 52 praktische Ideen für weniger Haben und mehr Sein
    Autor*in: Christof Herrmann
    Erscheinungsdatum: 02.09.2020
    Buch ansehen.

  • Naturschutzbund Deutschland – NABU
    Website: nabu.de
    Betreiber: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

  • Webseiten & Organisationen
  • Lexikon der Nachhaltigkeit
    Website: nachhaltigkeit.info
    Betreiber: Aachener Stiftung Kathy Beys

  • United Nations Sustainable Development
    Website: sdgs.un.org
    Betreiber: Vereinte Nationan (UN)

  • Deutscher Nachhaltigkeitspreis
    Website: nachhaltigkeitspreis.de
    Betreiber: Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V.

  • Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
    Website: bund.net
    Betreiber: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.

  • Umweltbundesamt
    Website: umweltbundesamt.de
    Betreiber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (⁠BMU⁠)

  • Naturschutzbund Deutschland – NABU
    Website: nabu.de
    Betreiber: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

Zitate & Sprüche zum Thema Nachhaltigkeit

Hier findest Du einige Zitate von bekannten Persönlichkeiten, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen und zum Nachdenken anregen.

„Die Menschen müssen begreifen, dass sie das gefährlichste Ungeziefer sind, das je die Erde bevölkert hat.“

Friedensreich Hundertwasser (1928-2000), österreichischer Künstler

„Wer den Himmel auf Erden sucht, hat im Erdkundeunterricht geschlafen.“

Stanislaw Jerzy Lec (1909-1966), polnischer Schriftsteller

„Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.“

Albert Einstein (1879-1955), deutscher Physiker

„Wir gehen mit dieser Welt um, als hätten wir noch eine zweite im Kofferraum.“

Jane Fonda (*1937), US-amerikanische Schauspielerin

FAQ (Häufig gestellte Fragen)

Hier findest Du noch einmal zusammengefasst häufig gestellt Fragen rund um das Thema Nachhaltigkeit:

Was genau ist Nachhaltigkeit?

Nachhaltigkeit beschreibt ein Prinzip, bei dem es darum geht, begrenzte (natürliche) Ressourcen möglichst schonend zu verbrauchen, sodass sie sich selbst regenerieren können. Heute wird Nachhaltigkeit aber auf ganz unterschiedliche Bereiche angewendet. Dabei werden nicht nur Umweltaspekte, sondern auch soziale und wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt.

Was bedeutet Nachhaltigkeit ursprünglich?

Der Begriff Nachhaltigkeit stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft und beschreibt das Prinzip, bei dem immer nur so viele Bäume gefällt werden sollen, wie nachwachsen können.

Was bewirkt Nachhaltigkeit?

Nachhaltigkeit bewirkt zum Beispiel, dass weniger Müll produziert wird, dass die Umwelt aktiv geschont wird, dass begrenzte Ressourcen geschont werden, dass Materialien häufiger recycelt werden und dass die Existenz zukünftiger Generationen gesichert wird.

Was bedeutet es nachhaltig zu handeln?

Nachhaltig zu handeln, bedeutet, heute schon an morgen zu denken und die Bedürfnisse zukünftiger Generationen zu respektieren. Dazu sollten u.a. begrenzte Ressourcen geschont und die Umwelt geschützt werden. Aber auch soziale und wirtschaftliche Aspekte sollten berücksichtig werden.

Zusammenfassung / Fazit

Nachhaltigkeit hat viele Gesichter und kann auf ganz unterschiedliche ökologische, soziale und ökonomische Bereiche angewendet werden. Eine einheitliche Definition, die alle Aspekt gleichermaßen abdeckt, gibt es nicht.

Insbesondere durch die unglaubliche Dynamik, die sich ausgehend von den Klima-Protesten der Bewegung „Fridays For Future“ in den letzten drei Jahren entwickelt hat, hat das Thema „Nachhaltigkeit“ seine alternativ angehauchte Nische endgültig verlassen.

Für die weitere Entwicklung ist es aus unserer Sicht von elementarer Bedeutung, dass das Konzept der Nachhaltigkeit nicht per se als Spaßbremse oder Spielverderber angesehen wird, das unseren unermesslichen Wohlstand in den westlichen Industrienationen torpedieren will.

Vielmehr sollte die Idee der Nachhaltigkeit als riesige Chance wahrgenommen werden!

Auf ganz verschiedenen Ebenen gibt es unglaublich viele Möglichkeiten, bisherige Lösungen zu überdenken und durch nachhaltigere zu ersetzen. Hier braucht es kluge und furchtlose Köpfe, die gewillt sind, einzigartige Innovationen zu erschaffen, die unsere Welt verändern und nachhaltiger machen.

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[1] Sylvicultura Oeconomica oder Haußwirthliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung zur Wilden Baum-Zucht, Hans Carl von Carlowitz, 1713, S. 105–106

[2] Dr. phil. Frank Uekötter, Ein Haus auf schwankendem Boden: Überlegungen zur Begriffsgeschichte der Nachhaltigkeit, 21.07.2014, https://www.bpb.de/apuz/188661/ein-haus-auf-schwankendem-boden-begriffsgeschichte (abgerufen: 20.03.2021)

[3] Video: Wirtschaft und Nachhaltigkeit, hochgeladen von Movement21, 21.07.2020, https://www.youtube.com/watch?v=OWL8riuSB1g (abgerufen: 20.03.2021)

[4] Beitrag der Tourismusbranche zum BIP in ausgewählten Ländern und Regionen in den Jahren 2018 und 2019, 07.10.2020, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/289171/umfrage/beitrag-der-spanischen-tourismusbranche-zum-bip-im-vergleich/ (abgerufen: 20.03.2021)

[5] Wie man Freunde gewinnt: Die Kunst, beliebt und einflussreich zu werden von Dale Carnegie, Erstveröffentlichung in englischer Sprache: 1936

[6] https://www.boell.de/sites/default/files/2021-01/Fleischatlas2021_0.pdf?dimension1=ds_fleischatlas_2021

[7] https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2019/juni/viele-worte-wenig-taten-un-nachhaltigkeitsziele-koennten-scheitern/

Autor: Nicolas
Datum: 30.03.2021