Himbeerblättertee: Ab wann darfst Du ihn trinken & welche Wirkung kann er entfalten?

Himbeerblättertee - Schwangerschaft / Geburt

Petra — Datum: 11.04.2021

Du bist schwanger und möchtest wissen, wie Du die Geburt Deines Kindes mit Himbeerblättertee auf natürliche Weise unterstützen kannst?

Dann bist Du hier genau richtig 🙂

Der Himbeerblättertee ist eine nachhaltige Möglichkeit, Deinen Körper bei der Entbindung zu unterstützen und die Geburt für Dich und das Baby so angenehm wie möglich zu gestalten.

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Welche Wirkung hat Himbeerblättertee?

Der Himbeerblättertee wirkt entspannend und krampflösend auf die Muskulatur der Gebärmutter.

Weiterhin regt er die Durchblutung an, lockert den Muttermund und macht das Bindegewebe im Beckenbereich weicher, sodass das Baby bei der Geburt leichter durch den Geburtskanal gleiten kann.

Durch diese entspannenden und „weitenden“ Effekte kann darüber hinaus auch die Wahrscheinlichkeit eines Dammschnitts und anderen Komplikationen während der Geburt gesenkt werden.

Weiterhin kann der Tee auch verdauungsfördernd wirken.

Gerade in den letzten Wochen vor der Geburt ist eine gute Verdauung bzw. ein leerer Darm vorteilhaft, da das Baby so schlichtweg mehr Platz hat und sich für die Entbindung optimal „positionieren“ kann.

Die Himbeerblätter gehören zu den sogenannten Frauenkräutern und enthalten außerdem reichlich Vitamin C und wichtige Mineralstoffe wie etwa Eisen und Calcium.

Voraussetzung für die Entfaltung der Wirkung ist der regelmäßige Genuss des Tees in den letzten Schwangerschaftswochen (SSW), wenn Dein Körper die Geburt einleitet.

Ab wann und wie oft darf ich Himbeerblättertee trinken?

Ob der Tee tatsächlich wehenfördernde Effekte entfalten kann, ist mehr oder weniger umstritten – die einen sagen so, die anderen so.

Um kein Risiko einzugehen, solltest Du den Himbeerblättertee erst ab der 36. bzw. 37. Schwangerschaftswoche trinken.

Die meisten Hebammen empfehlen, eine Tasse Himbeerblättertee pro Tag zu trinken. In den letzten beiden Wochen kannst Du die Trinkmenge auf bis zu vier Tassen pro Tag steigern.

Hinweis: Es gibt einige Faktoren, die gegen die Einnahme des Tees sprechen.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • vorzeitige Wehen
  • Blutungen im Verlauf der Schwangerschaft
  • ein leicht geöffneter oder verkürzter Muttermund

Wenn die Schwangerschaft frei von Komplikationen und Problemen verläuft, spricht aber absolut nichts gegen den Himbeerblättertee.

Besonders effektiv ist der Himbeerblättertee übrigens während der ersten Schwangerschaft, da die Gewebestrukturen dann noch sehr straff sind. Ab der zweiten Geburt ist das Gewebe durch die vorherige Entbindung bereits etwas weniger gespannt.

Doch auch beim zweiten oder dritten Kind kann es sich lohnen, für einen möglichst entspannten Geburtsvorgang auf den Himbeerblättertee zurückzugreifen.

Du kannst den Tee gerne bis kurz vor der Geburt zu trinken. Allerdings solltest Du den Tee „absetzen“, wenn die Wehen entweder spontan eingesetzt haben oder die Geburt eingeleitet wurde.

Noch ein paar allgemeine Hinweise:

Bei Bluthochdruck, Mehrlingsschwangerschaften oder vor einem geplanten Kaiserschnitt solltest Du lieber auf den Tee verzichten.

Obwohl der Tee meist für die letzten Wochen der Schwangerschaft empfohlen wird, kann er auch im ersten Drittel der Schwangerschaft gegen Übelkeit helfen.

Eine frühe Einnahme solltest Du aber in jedem Falle mit einem Arzt bzw. mit einer Hebamme besprechen.

In diesem unterhaltsamen Video werden die wichtigsten Informationen rund um den Himbeerblättertee von Online-Redakteurin Julia und der Hebamme Anna-Maria noch einmal sehr schön zusammengefasst:

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Können Nebenwirkungen auftreten?

Nein, für den Himbeerblättertee sind bislang keine Nebenwirkungen bekannt. Für Dein Baby besteht zu keiner Zeit ein Risiko.

Wenn Du dennoch sichergehen möchtest, kannst Du die Einnahme des Tees natürlich vorab mit einem Arzt und/oder mit einer Hebamme besprechen.

Dosierung, Anwendung & Zubereitung des Himbeerblättertees

In der Regel wird der Himbeerblättertee in größeren Packungen lose angeboten – das ermöglicht Dir eine sehr individuelle Dosierung. Darüber hinaus können sich die Aromen der Blätter lose auch noch besser entfalten als im Beutel.

Wenn es Dir lieber ist, kannst Du den Tee aber selbstverständlich auch problemlos in klassischen Teebeuteln kaufen.

Zur Dosierung:

Hebammen empfehlen, pro Tasse etwa 1-2 Teelöffel bzw. einen leicht gehäuften Esslöffel der zerkleinerten Himbeerblätter.

Grundsätzlich steht es Dir aber natürlich frei, die Dosierung auch anzupassen.

Die Teeblätter solltest Du stets mit sprudelnd kochendem Wasser übergießen, damit sich die Aromen und Inhaltsstoffe optimal freisetzen können. Im Anschluss kannst Du den Tee gut und gerne 6 Minuten ziehen lassen (auch länger).

Abschließend siebst Du den Tee ab oder Du verwendest gleich ein praktisches Teesieb oder ein sogenanntes Tee-Ei.

Wenn Dir der Geschmack des Himbeerblättertees nicht zusagen sollte, kannst Du ihn auch mit anderen Kräutertees mischen – dafür bietet sich z.B. sehr gut Zitronenmelisse an. Für ein wenig mehr Süße kannst Du aber auch einen Teelöffel Honig hinzugeben.

Himbeerblättertee trinken - Dosierung / Zubereitung

Was passiert wenn man zu viel Himbeerblättertee trinkt? (Überdosierung)

Mit der empfohlenen Dosierung von einer Tasse pro Tag kannst Du grundsätzlich nichts falsch machen. Auch zwei oder drei Tassen am Tag haben definitiv keine negativen Auswirkungen auf Dein Baby. Du musst Dir diesbezüglich keine Sorgen machen.

Es gibt keine Untersuchungen oder Studien, die negative Auswirkungen durch eine Überdosierung des Himbeerblättertees nahelegen.

Auch die erfahrene Hebamme Anna-Maria Maier von mamalie.de hält eine Überdosierung des Himbeerblättertees für unwahrscheinlich:

„Es gibt […] diese These, dass man den Tee auch überdosieren kann. Tatsächlich habe ich das bisher nicht beobachtet und es gibt auch keine Evidenz dazu. Ich meine, es ist einfach nur ein Kräutertee und keiner der […] nachweislich negative Effekte hätte. […] Wenn er Dir schmeckt, dann trink ruhig auch mehr, da kann nichts passieren.“[1]

Wo kann ich Himbeerblättertee kaufen?

Du erhältst qualitativ hochwertigen Himbeerblättertee sowohl in lokalen Apotheken und Drogerie-Märkten als auch im Internet.

Beim Kauf solltest Du unbedingt auf Bio-Qualität achten. Außerdem sollte das Produkt selbstverständlich frei von jeglichen Zusatz- oder Konservierungsstoffen sein.

Himbeerblättertee: Erfahrungen

Im Internet finden sich zahlreiche Erfahrungen und Berichte von Müttern, die den Himbeerblättertee gegen Ende ihrer Schwangerschaft getrunken haben.

Ich möchte Dir hier zwei positive Berichte zeigen:

Also ich [trinke] den Tee seit der 36 SSW. Ich habe mit 1 Tasse pro Tag angefangen. In der 37 SSW habe ich dann auf anraten meiner Hebamme auf 1l pro Tag erhöht. Bei mir ist der Muttermund schon sehr schön weich. […] Meine Hebamme schwört darauf und sie arbeitet immerhin schon 40 Jahre in diesem Beruf.[2]
Ich hab ihn seit der 36.SSW bei meiner Tochter getrunken! Erst 1 Tasse tägl. und ich glaube ab 37+0 auch so nen guten Liter. Der [Muttermund] war schön weich und die Geburt dauerte nur 4 1/2 Std. Aber ob es wirklich an dem Tee lag kann man nicht sagen, werde ihn aber diesmal wieder trinken![2]

Selbstverständlich gibt es aber auch einige Erfahrungsberichte, die neutral bzw. negativ ausfallen. Wie angenehm oder umständlich eine Geburt verläuft, hängt schließlich von sehr vielen Faktoren ab – etwa dem Kopfumfang des Babys und anderen individuellen körperlichen Voraussetzungen.

Der Genuss des Himbeerblättertees garantiert also nicht automatisch eine reibungslose / angenehme Geburt.

Kann Himbeerblättertee den Kinderwunsch unterstützen?

Der Himbeerblättertee kann nicht nur die Entbindung Geburt unterstützen, sondern auch beim Kinderwunsch helfen.

Gerade wenn Du bereits seit einiger Zeit versuchst, schwanger zu werden, kann es sein, dass Du innerlich angespannt bist und Schuldgefühle entwickelst bzw. einen „Fehler“ bei Dir suchst.

Auch in dieser schwierigen Zeit könnte Dir der Himbeerblättertee helfen, da er nicht nur die Muskulatur Deiner Gebärmutter entspannen kann, sondern auch die Durchblutung der weiblichen Geschlechtsorgane anregen soll.

Darüber hinaus soll der Tee dabei helfen, Deinen Zyklus zu regulieren und die Menstruation zu erleichtern bzw. Menstruationsbeschwerden zu lindern.

All das kann zusammengenommen für Entspannung und ein gesteigertes Wohlbefinden sorgen, das gerade beim Kinderwunsch von zentraler Bedeutung ist.

Himbeerblättertee selber machen

Wenn Du Zeit und Lust hast, kannst Du den Himbeerblättertee auch leicht selbst herstellen. Voraussetzung ist natürlich, dass Du im Garten oder auf dem Balkon einen Himbeerstrauch stehen hast.

Außerdem musst Du auch ein bisschen Glück haben, dass Deine letzten Schwangerschaftswochen in den Frühsommer fallen, wenn die jungen Blätter die meisten Inhaltsstoffe enthalten.

So gehst Du vor:

  1. Blätter vom Strauch abzupfen, gründlich waschen und vorsichtig mit einem Küchentuch abtrocknen.
  2. Blätter in der Sonne (oder mithilfe eines Dörrgeräts) vollständig trocknen, bis Du sie mit zwei Fingern ganz leicht zerbröseln kannst. Wenn die Blätter nicht ganz trocken sind, fangen sie später leicht an zu schimmeln.
  3. Blätter möglichst luftdicht aufbewahren.

Himbeerblättertee nach der Geburt?

Neben seinen entspannenden und entkrampfenden Eigenschaften kann der Tee auch nach der Geburt noch weitere positive Effekte auf den Körper haben.

Du kannst den Tee über die gesamte Stillzeit hinweg weiter regelmäßig trinken, da er den Milchfluss anregen soll.

Die ersten Monate sind zwar hauptsächlich von sehr viel Freude, aber gerade beim ersten Kind möglicherweise auch von der einen oder anderen aufregenden / stressigen Phase geprägt.

Der Himbeerblättertee kann Dir dann ganz allgemein dabei helfen, entspannt durch diese wunderbare Zeit zu kommen.

Zusammenfassung

Der Himbeerblättertee kann zu einer möglichst entspannten und reibungslosen Entbindung beitragen. Du solltest ihn ab der 36. SSW regelmäßig trinken (1 Tasse pro Tag).

In den letzten zwei Wochen vor dem ausgerechneten Termin kannst Du die Trinkmenge auch auf 2-4 Tassen pro Tag steigern.

Da es sich um einen natürlichen Kräutertee handelt, besteht für Dein Baby zu keinem Zeitpunkt ein Risiko. Wenn Du Dir dennoch unsicher bist, kannst und solltest Du das Gespräch mit der Hebamme oder dem Arzt suchen.

[1] https://www.youtube.com/watch?v=T9Vb-5jTdws

[2] https://www.hipp.de/forum/viewtopic.php?t=38119

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