Ecosia: Was steckt hinter dem grünen Google-Konkurrenten?

Ecosia ist eine „grüne Suchmaschine“ und ein Social Business, das 2009 gegründet wurde. Mit dem Großteil des Gewinns werden Bäume gepflanzt, wodurch der Klimawandel bekämpft werden soll. Trotz der guten Absichten gibt es dennoch immer wieder Kritik. Wir haben uns die Suchmaschine und das Unternehmen dahinter einmal genauer angeschaut.

Ecosia Logo, Suchmaschine

© Ecosia

Nutzt Du Ecosia im Alltag? 🔍

Die Geschichte hinter Ecosia

Ecosia wurde im Dezember 2009 von Christian Kroll gegründet.

Obwohl Christian mit 16 Jahren bereits „gewissenlos“ mit Aktien spekulierte, stand beim Ecosia-Projekt von vornherein fest, dass die Gewinnmaximierung nicht im Vordergrund stehen soll.

Sein BWL-Studium an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen-Nürnberg hat Christian besonders geprägt. Er selbst sagt über diese Zeit:

„Niemand hat hinterfragt beziehungsweise erkannt, dass man Unternehmen auch nach ganz anderen Gesichtspunkten entwickeln kann als auf die reine Profitmaximierung hin. Etwa, ob die Mitarbeiter glücklich sind oder ob man möglichst viel Gutes tut für die Welt.“[1]

Nach Abschluss seines Studiums verbrachte er zunächst eineinhalb Jahre auf Reisen – u.a. in Nepal und Südamerika. Vor Ort konnte er sowohl die ausgeprägten sozialen als auch ökologischen Ungerechtigkeiten hautnah miterleben.

Durch diese Umstände inspiriert, versuchte er noch während seiner Zeit in Nepal eine eigene Suchmaschine aufzubauen. Ohne unternehmerische Erfahrung und aufgrund einer mangelhaften Infrastruktur vor Ort scheiterte dieses Projekt jedoch zunächst.

In Südamerika entwickelte er den Programmiercode für die Suchmaschine auf eigene Faust weiter. Das Ergebnis war der Vorgänger von Ecosia: die Suchmaschine Forestle.

Mithilfe der unternehmerischen Expertise und dem Kapital von Tim Schumacher konnte Ecosia dann seit 2013 fokussiert aufgebaut werden.

Zu Beginn wurden noch 80% des Umsatzes in Baumpflanzungsprojekte investiert – für Gehälter und Bürokosten bleib dann nicht mehr viel Geld übrig.

Aus diesem Grund hat man sich dazu entschieden, 80% des Gewinns für Bäume zu spenden. Durch diese kleine aber wichtige Änderung kann das Unternehmen heute auch Rücklagen für größere Investitionen bilden.

Ecosia Gründer Christian Kroll, Porträt

Ecosia-Gründer Christian Kroll © Ecosia

Sowohl die Suchergebnisse als auch die ausgespielten Anzeigen bezieht Ecosia von Microsofts Suchmaschine Bing bzw. aus dem Microsoft-Werbenetzwerk.

Daraus ergibt sich durchaus ein gewisses Risiko:

Wenn Microsoft einmal den Hahn abdrehen sollte, steht Ecosia ohne Suchergebnisse dar – für eine Suchmaschine ein nicht ganz unwichtiger Teil des Angebots…

Christian Kroll sagt dazu:

„Natürlich birgt diese Partnerschaft ein fundamentales Risiko. Wir schließen unsere Verträge aber mit einer Laufzeit von zwei Jahren ab, so dass wir uns darauf einstellen und reagieren könnten. […] Strategisch gesehen sind wir für Microsoft sehr sinnvoll. […] So verliert Microsoft durch unsere Partnerschaft zwar Geld, aber der strategische Gewinn überwiegt.“[1]

Aus Christians Sicht wäre die Entwicklung eines eigenen Suchalgorithmus für Ecosia unmöglich. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass bei Google wohl über die Hälfte der Mitarbeiter mit der Verfeinerung und Weiterentwicklung des Algorithmus beschäftigt sind.

Zum Vergleich: Google beschäftigt weltweit ca. 120.000 Mitarbeiter, bei Ecosia arbeiten ca. 70 Angestellte + Freiberufler.

Um in Zukunft weiter wachsen zu können und neue Nutzer zu gewinnen, legt Ecosia daher viel Wert auf die Entwicklung zusätzlicher Features, die den Nutzern den Umstieg von Google erleichtern sollen (z.B. die Einblendung eines Wetter-Widgets in den Suchergebnissen bei entsprechenden Anfragen).

Ecosia ist unverkäuflich

Bereits im Jahr 2018 hat Christian seine Ecosia-Anteile an die Purpose Stiftung gespendet. 99% des Kapitals wurden abgetreten.

Alles wurde so geregelt, dass Ecosia in Zukunft nicht einfach von einem profitorientierten Investor aufgekauft werden kann. Laut Christian war dieser Schritt richtig und auch wichtig, um langfristig die Glaubwürdigkeit des ganzen Projekts aufrechtzuerhalten.

Die Purpose Stiftung hilft Unternehmen dabei, sich auf die Sinnhaftigkeit des eigenen Handelns zu konzentrieren und nicht das Gewinnstreben in den Mittelpunkt zu stellen.

Man hat sich zum Ziel gesetzt, die Wirtschaft weg von Profitgier hin zu Sinn und Verantwortung zu transformieren.

Wie funktioniert Ecosia?

Ecosia ist keine echte Suchmaschine, sondern „nur“ eine Suchmaske. Unter der Haube arbeitet der Suchalgorithmus von Bing, der Suchmaschine von Microsoft.

Die Suchanfragen von Ecosia werden also zunächst an die Server von Bing weitergeleitet, die dann eine Antwort (in Form von Suchergebnissen) an Ecosia schicken. Auch die ausgespielten Werbeanzeigen stammen aus dem Microsoft-Werbenetzwerk.

Für jede Suchanfrage, die bei Ecosia getätigt wird, zahlt Ecosia eine Gebühr an Microsoft. Im Gegenzug erhält Ecosia dafür den Großteil der generierten Werbeeinnahmen.

Ähnlich wie auch Google verdient Ecosia also nur dann Geld, wenn Nutzer auf die Werbeanzeigen in den Suchergebnissen klicken.

Wer nicht findet, was er sucht, kann unterhalb der Suchergebnisse die Suchanfrage mit nur einem Klick nochmals bei Google (oder Bing) suchen. Alternativ kann durch das hinzufügen von „#g“ hinter der Suchanfrage auch direkt Google geöffnet werden.

Für lokale Anfragen und das Finden von Orten kann der Nutzer zwischen Google Maps und TREEDAY wählen.

Tipp: Du möchtest Deine eigene Website erstellen? Dann solltest Du auf einen nachhaltigen Hosting-Provider setzen! — Wir haben 11 grüne Hosting-Anbieter miteinander verglichen.

Was kostet Ecosia?

Die Nutzung von Ecosia ist für Dich vollkommen kostenlos. Ähnlich wie Google finanziert sich die Suchmaschine vollständig über Werbeeinnahmen.

Ecosia: Kritik

Ecosia ist eine grüne Suchmaschine, die 80% ihres Gewinns für Bäume spendet. Gibt es da überhaupt Raum für Kritik? Ja, den gibt es leider: Wer „Ecosia“ bei Google eingibt, erhält als ersten Vorschlag „Kritik“. Aufseiten der Nutzer scheint das Thema also durchaus gefragt zu sein.

In den folgenden Absätzen schauen wir uns verschiedene Kritikpunkte näher an:

Ecosia als digitaler Pranger

Jörg Schieb, Digital-Experte des WDR, erklärt in einem Online-Beitrag, dass ihm Ecosia zwar sehr sympathisch sei, die Suchmaschine allerdings Gefahr laufe zu einem digitalen Pranger zu verkommen.

Er bezieht sich dabei auf die Kennzeichnung von Unternehmen, die mit fossilen Brennstoffen Geld verdienen und damit der Umwelt schaden.

In den Suchergebnissen werden diese mit einem kleinen Kraftwerk-Symbol deutlich gekennzeichnet. Fährt man mit dem Mauszeiger über das Symbol erscheint folgender Text:

„Suchergebnisse mit diesem Symbol zeigen dir Ergebnisse von Firmen, die mit fossilen Brennstoffen Geld verdienen und damit das Klima zerstören.“

Ecosia markiert Unternehmen, die Geld mit fossilen Brennstoffen verdienen und damit der Umwelt schaden.

Jörg Schieb schreibt:

„Sünder werden öffentlich angeprangert. […] Erst die 200 größten CO2-Verschmutzer. Dann die 1.000 größten. Dann alle Diesel-Fahrzeuge. Alle Filme, in denen Diesel-Fahrzeuge vorkommen. Dann alle Automodelle, die im Schnitt mehr als vier, sechs oder acht Liter verbrauchen – am Ende beliebig.“[2]

Darüber hinaus ist die Kennzeichnung lückenhaft: Derzeit werden vor allem Energie- und Öl-Förderkonzerne gekennzeichnet – aber eben längst nicht alle. Während u.a. RWE und Chevron gekennzeichnet werden, erhält z.B. Saudi Aramco, die derzeit größte Erdölfördergesellschaft der Welt, keine Kennzeichnung.

In einem Interview mit t3n.de sagt Génica Schäfgen, Head of Ecosia Germany, dazu:

„Unsere Datenbank steht noch am Anfang und wir haben noch nicht alle Seiten indexiert. Die Identifikation der Domains geschieht noch manuell und viele Unternehmen haben zu viele Subdomains, um sie bei der derzeitigen Kapazität mit aufzunehmen.“[3]

Als nächstes sollen laut Ecosia Banken gekennzeichnet werden, die in fossile Energieträger investieren.

In Zukunft müssten dann aber z.B. auch alle Fluggesellschaften gekennzeichnet werden, die uns das moderne Reisen ermöglichen. Doch gerade aufs Reisen kann und möchte Ecosia-Gründer Christian Kroll laut eigener Aussage gar nicht verzichten – trotz schlechtem Gewissen.[1]

Neben der negativen Kennzeichnung gibt es aber auch ein positives Symbol: Ein grünes Blatt, mit dem nachhaltige Unternehmen und Marken gekennzeichnet werden (darunter u.a. Ecosia selbst, diverse nachhaltige Kosmetikmarken und Anbieter von Ökostrom).

Mit Bäumen alleine kann die Welt nicht gerettet werden

Auf der Website schreibt Ecosia „Bäume verändern alles“. Doch stimmt das wirklich? Forscher konnten unlängst zeigen, dass es vor allem darauf ankommt, wo die Bäume gepflanzt werden.

Wirklich nützlich ist die Pflanzung demnach nur in den Tropen.

Während das Anpflanzen von Bäumen in gemäßigten Regionen nahezu wirkungslos ist, kann es in hohen Breiten sogar kontraproduktiv sein und zu einer Erwärmung der Erde führen.

Die neuen Waldflächen tragen zur Verdunkelung der Erdoberfläche bei, was wiederum zu einer höheren Absorption von Sonnenlicht und damit sogar zur Erwärmung der Oberfläche führt.

Ken Caldeira, Co-Autor der Studie, zieht daher ein ernüchterndes Fazit:

„Unsere Studie zeigt, dass die Konservierung und Wiederherstellung von Wäldern klimatisch gesehen ein eher ineffektiver Ansatz gegen den Klimawandel ist. […] Um den Klimawandel zu verhindern, müssen wir uns auf effektive Strategien konzentrieren, nicht nur auf ‘Feel-Good’-Strategien.“[4]

Auch wenn Christian Kroll von der Idee des Bäumepflanzens überzeugt ist, gibt er zu, dass Ecosia den Klimawandel natürlich nicht alleine lösen könne.[5]

Der deutsche Biologe Prof. Dr. Pierre Ibisch sieht das wilde Anpflanzen von Bäumen kritisch und äußert sich zu dieser Thematik folgendermaßen:

„Ich glaube nicht jeder Baum, der gepflanzt wurde, ist automatisch gut. Vor allem dann nicht, wenn er eigentlich den Platz weg nimmt für Bäume, die sich von selbst einstellen und ggf. einen gesünderen, funktionstüchtigeren und und widerstandsfähigeren Wald aufbauen.“[6]

Ecosia ist nur so grün wie seine Partner

Ecosia ist nur eine Suchmaske – die Ergebnisse selbst stammen von Bing aus dem Hause Microsoft. Microsoft hat angekündigt, bis zum Jahr 2030 CO2-negativ werden zu wollen – also mehr CO2 aus der Atmosphäre zu entfernen, als zu verursachen.

Bis 2050 möchte man dann sogar den gesamten Kohlenstoff aus der Atmosphäre entfernt haben, den man seit der Unternehmensgründung im Jahr 1975 direkt oder indirekt verursacht hat.

Darüber hinaus hat man sich das Ziel gesetzt, den Anteil an erneuerbaren Energien für den Betrieb von Rechenzentren auf 100% zu erhöhen – bis 2023 möchte man 70% erreichen.[7]

Diese Ziele sind grundsätzlich natürlich löblich. Allerdings kommen sie doch reichlich spät.

Microsoft-Mitarbeiter veröffentlichten bereits im September 2019 einen offenen Brief, indem sie dem Unternehmen Inkonsequenz in Sachen Nachhaltigkeit vorwerfen. Konkret ging es um die Bekanntgabe einer Kooperation zwischen Microsoft und den beiden Erdöl-Konzernen Schlumberger und Chevron.

Nur wer auf Anzeigen klickt, spendet Geld

Laut Ecosia braucht es im Schnitt 45 Suchanfragen, um einen Baum zu pflanzen. Mit solchen Aussagen wird den Nutzern suggeriert, dass allein schon die Suche mit Ecosia Geldmittel generiere – dies ist aber natürlich nicht der Fall.

Nur wer ab und zu auch auf eine Anzeige in den Suchergebnissen klickt, generiert Einnahmen, die dann von Ecosia gespendet werden können.

Es besteht außerdem die Gefahr, dass Nutzer nur aus Spendenzwecken etwas suchen und dann wahllos auf Anzeigen klicken. Werbekunden sehen so etwas gar nicht gerne, da sie für jeden Klick Geld bezahlen.

Wenn dann viele Klicks gar nicht von echten interessierten Nutzern stammen, scheint es nachvollziehbar, dass Werbekunden vergrault werden. Dies war übrigens auch der Grund, warum eine frühe Kooperation von Ecosia mit Google nur zwei Wochen lang hielt.

Als Kündigungsgrund gab Google damals an, das nicht nachvollzogen werden kann, ob die Nutzer aus ehrlichem Interesse auf die Werbung geklickt haben oder nur, um den guten Zweck zu unterstützen.

Grundsätzlich eine durchaus nachvollziehbare Erklärung des Marktführers, auch wenn Ecosia-Gründer Christian Kroll diese Darstellung als „fadenscheinig“ bezeichnet und andere Beweggründe vermutet.[1]

Kann eine grüne Suchmaschine die Welt retten?

Nein, natürlich geht das nicht. Dennoch wird den Nutzern oft suggeriert, mit dem Gebrauch einer nachhaltigen Suchmaschine ihren Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel geleistet zu haben.

Es besteht die Gefahr, dass darüber hinaus dann nichts mehr unternommen wird. Denn wenn z.B. der Strom der Endverbraucher nicht aus erneuerbaren Energien stammt, fällt das nachhaltige Kartenhaus recht schnell in sich zusammen.

Ecosia ist ein Lifestyle-Produkt mit grünem Hintergedanken – etwas, das sich vergleichsweise sehr einfach und fast ohne Komfortverlust in den Alltag integrieren lässt. Das ist grundsätzlich natürlich sehr positiv. Echtes Engagement geht jedoch weit darüber hinaus.

Es ist leicht, die Nutzung von Ecosia als Alibi anzuführen und um sagen zu können, dass man ja selbst auch aktiv gegen den Klimawandel kämpfe.

Ist Ecosia Fake? (Was steckt dahinter?)

Mithilfe von Keyword-Tools kann eingesehen werden, wie oft ein bestimmter Suchbegriff bei Google ungefähr gesucht wird. Der Begriff „Ecosia Fake“ wird im Monat ca. 500 mal gesucht. Was es damit auf sich hat, ist nicht ganz einfach nachzuvollziehen.

Wir haben uns zwar bereits einige Kritikpunkte angeschaut – mit einem Fake oder gar Betrug hat Ecosia aber sicherlich nichts zu tun. Zumal „Fake“ in diesem Falle ja bedeuten würde, dass die Einnahmen veruntreut und/oder nicht dem eigentlichen Zweck zugute kommen würden.

Durch die Offenlegung der Finanzen möchte Ecosia ja gerade verhindern, dass Nutzer misstrauisch werden und sich abwenden. Das wäre schließlich das schlimmste, was der grünen Suchmaschine passieren könnte.

Auch anhand der Ergebnisse, die bei der Eingabe von „Ecosia Fake“ ausgespielt werden, lässt sich keine klare Intention erkennen. Auf dem ersten Platz wird für diese Suchanfrage der oben bereits erwähnte / zitierte WDR-Artikel von Jörg Schieb gelistet.

Nutzer suchen nach „Ecosia Wahrheit“

Ähnlich verhält es sich mit der Suchanfrage „Ecosia Wahrheit“ – dieser Suchbegriff wird pro Monat sogar über 1.000 Mal gesucht.

Auch hier wird scheinbar impliziert, dass es eine „Wahrheit“ gäbe, die Ecosia womöglich in einem schlechten Licht dastehen lässt oder die „wahren Absichten“ hinter Ecosia aufdecken würde.

Doch auch das ist definitiv nicht der Fall:

Ecosia wird von der gleichnamigen Ecosia GmbH mit Sitz in Berlin betrieben. Das Unternehmen ist im Handelsregister eingetragen und die Jahresabschlüsse können online über den Bundesanzeiger abgerufen werden.

Darüber hinaus verfügt die Website über ein gültiges Impressum und eine ausführliche Datenschutzerklärung, die Auskunft darüber gibt, wie Ecosia Deine Daten behandelt.

Kurz gesagt: Hier geht wirklich alles mit rechten Dingen zu!

Ecosia: Bewertung & Erfahrungen

Bei der Bewertung einer Suchmaschine sollten auch immer die Nutzer zu Wort kommen, die die Suchfunktion täglich nutzen und sie daher am besten bewerten können.

Um ein recht breit gestreutes Meinungsbild abbilden zu können, haben wir uns die Nutzer-Bewertungen auf der Plattform Trustpilot angesehen.

Ich bin froh, dass es eine nachhaltige Suchmaschine gibt, welche Privatsphäre schätzt und soziale wie ökologische Projekte durch Werbeeinnahmen unterstützt. Die Suchergebnisse sind nicht ganz so zielführend wie bei Google […]. — Constantin, 01.11.2020
Ecosia zahlt keine Dividende und keine Spitzenboni an Manager. […] Warum die Gewinne von wohlhabenden Aktionären und Konzernbossen nähren, wenn man bei gleichen Service auch gutes tun kann? — Wladimir, 23.10.2020
Ich habe Ecosia zu meiner Standardsuchmaschine gemacht. Dass es noch nicht ganz so ausgefeilt wie Google ist, das war zu erwarten, aber wenn es mich nicht mal zur Doku der Programmiersprache leiten kann, wenn es das erste Wort ist, das ich eintippe, dann ist der Nutzen für mich ungefähr bei Null. Wechsle inzwischen jedes Mal zu Google. — Livia Marie Radtke 14.10.2020
Echt tolle Idee, leider sind die Suchergebnisse einfach soo viel schlechter als von Google, sodass es für mich keinen Sinn ergibt, damit zu suchen. […] — N K, 27.07.2020
Großartige Idee, gute Umsetzung und vor allem ein einfacher Weg, selber etwas mehr auf Nachhaltigkeit zu achten! — Marcel Marchewka, 13.03.2020

Auf Trustpilot hält Ecosia bei 119 Bewertungen eine Gesamtwertung von 4.1 von 5 Sternen.

Das Konzept bzw. die Idee hinter Ecosia wird nahezu von allen Nutzern gelobt – der Ecosia-Gedanke sei einfach vorbildlich. Oft wird aber leider die Qualität der Suchergebnisse moniert. Insbesondere wenn es um spezifische Suchen z.B. für das Studium geht, müssen Nutzer noch recht häufig auf Google zurückgreifen.

Ein Problem, für das Ecosia selbst eigentlich gar nichts kann, da die Suchergebnisse eben von Bing kommen. Ob Bing Google in Zukunft das Wasser reichen kann, bleibt abzuwarten. Schließlich wird Google alles daran setzen, die Nr. 1 Suchmaschine zu bleiben.

Ist Ecosia seriös?

Ecosia kann ohne Wenn und Aber als seriöse Suchmaschine bezeichnet werden. Das Berliner Unternehmen legt sehr viel Wert auf Transparenz und setzt alles daran, in den Augen der Nutzer als seriös wahrgenommen zu werden.

Denn nichts ist bei einem nachhaltig orientierten Unternehmen wichtiger als der Erhalt eines guten und einwandfreien Rufs. Es wird detailliert beschrieben, welche Projekte unterstützt werden und was durch das Pflanzen von Bäumen bereits erreicht werden konnte.

Um das Vertrauen der Nutzer zu gewinnen bzw. zu erhalten, veröffentlicht Ecosia monatliche Finanzberichte, die genau zeigen, wie viel Geld eingenommen und wofür es verwendet wurde.

Jeder kann (und soll) sehen, dass Ecosia sein Versprechen hält und den Großteil der Einnahmen an Projekte spendet, die Bäume pflanzen bzw. schützen und damit einen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel leisten.

Die Ecosia Finanzberichte

Auf der Ecosia-Website können neben dem aktuellen auch die zurückliegenden Finanzberichte eingesehen werden (seit Januar 2015). Die Finanzberichte werden stets innerhalb von 6 Wochen nach Monatsende veröffentlicht.

Als Beispiel möchte ich Dir hier den Finanzbericht von November 2020 zeigen. Die Gesamteinnahmen bzw. der Umsatz von 1.852.188 Euro wurden folgendermaßen aufgeteilt:

Bäume pflanzen & schützen: 742.633€
Steuern & Sozialversicherung: 482.801€
Operative Kosten: 388.803€
grüne Investitionen: 186.137€
Marketing-Kosten: 51.814€

Ecosia versichert zudem, keine Steuertricks bzw. Strategien zur Steuervermeidung einzusetzen und auch keine Dividenden an seine Eigentümer auszuzahlen.

Pflanzt Ecosia wirklich Bäume?

Jein. Ecosia pflanzt die Bäume (noch) nicht selbst. Denn es bringt nichts, einfach irgendwo Bäume zu pflanzen und darauf zu warten, dass die Welt besser wird.

Die Anpflanzung von Bäumen sollte daher mit Sinn und Verstand umgesetzt werden. Dazu braucht es Partner, die die sozialen und ökologischen Gegebenheiten vor Ort kennen.

Die Bäume werden momentan also nicht von Ecosia selbst, sondern von Partner-Organisationen gepflanzt.

Ecosia übernimmt die Finanzierung der Projekte. Idealerweise lässt sich durch die Pflanzung von Bäumen für die Menschen vor Ort auch eine Art Geschäftsmodell ableiten (z.B. dass die Menschen vor Ort Nüsse verkaufen können, die an den gepflanzten Bäumen wachsen).

Durch manuelle Zählungen, moderne Satelliten-Bilder und die Zusammenarbeit mit Organisationen wird der Fortschritt bzw. die Umsetzung der Baumpflanzungen von Ecosia kontrolliert.

Wie viele Bäume hat Ecosia gepflanzt?

Laut eigener Aussage hat Ecosia bereits 116.813.400 Bäume gepflanzt (Stand: 2. Januar 2021) – diese Zahl wächst erfreulicherweise im Sekundentakt.

Umgerechnet auf alle Nutzer werden im Schnitt ca. 45 Suchanfragen benötigt, um einen Baum zu pflanzen. Wie viele Suchen man bereits durchgeführt hat, wird in der oberen rechten Ecke angezeigt.

Die angezeigte Zahl der Suchanfragen wird in einem Cookie gespeichert – wer die Cookies löscht, fängt von vorne an.

Datenschutz: wie sicher ist Ecosia?

Neben dem Schutz der Umwelt hat sich Ecosia auch vorgenommen, die Daten seiner Nutzer zu schützen bzw. besser zu schützen als es die Konkurrenz aus dem Silicon Valley tut.

Innerhalb einer Woche werden sämtliche Suchanfragen anonymisiert. Auf Grundlage der Suchhistorie können also keine spezifischen Nutzerprofile erstellt und gespeichert werden. Ecosia weiß also nicht, wer Du bist und wofür Du Dich interessierst.

Wo keine Daten sind, kann auch nichts verkauft werden. Im Gegensatz zu anderen Webdiensten verkauft Ecosia keine Daten an werbetreibende Dritte.

Damit Deine Suchanfragen auch vor fremden Zugriffen geschützt sind, wird jede einzelne Anfrage aufwendig verschlüsselt. Nur Du und Ecosia kann sehen, was Du in das Suchfeld tippst. Weiterhin werden auch keine externen Tracking-Tools wie zum Beispiel Google Analytics eingesetzt.

Auch eine grüne Suchmaschine wie Ecosia kommt nicht ganz ohne Nutzerdaten aus. Um den Service bzw. Nutzererlebnis weiter zu verbessern, erhebt Ecosia jedoch nur sehr wenige Daten.

Doch selbst diese geringe Datenerhebung kannst Du in den Einstellungen verhindern. Gehe dazu in die Einstellungen (3 Striche oben rechts) und entferne das Häkchen bei „Personalisierte Suchergebnisse“.

Übersicht: so werden Deine Daten bei Ecosia geschützt:

  • sichere SSL-Verbindung
  • Anonymisierung der Suchdaten nach 7 Tagen
  • Anonymisierung der IP-Adresse
  • gespeicherte Daten werden stark verschlüsselt
  • keine Weitergabe / kein Verkauf von Daten an Dritte
  • personalisiertes Tracking kann deaktiviert werden

Weitere Informationen zum Datenschutz bei Ecosia findest Du auf dieser Seite.

Ecosia als Standardsuchmaschine einstellen

Google Chrome

  1. Chrome-Einstellungen öffnen (über die 3 Punkte oben rechts; vorletzter Punkt)
  2. links im Menü auf „Suchmaschine“ klicken
  3. beim Punkt „In der Adressleiste verwendete Suchmaschine“ im Drop-Down-Menü Ecosia auswählen

Alternativ kannst Du für Chrome auch die Ecosia-Erweiterung installieren (über den Chrome Web Store). Dann wird Ecosia automatisch als Standardsuchmaschine festgelegt.

Firefox

  1. Firefox-Einstellungen öffnen (über die 3 Balken oben rechts; Zahnradsymbol)
  2. links im Menü auf „Suche“ klicken
  3. unter dem Punkt „Standardsuchmaschine“ im Drop-Down Menü Ecosia auswählen

Alternativ kannst Du für Firefox auch das Ecosia Add-On herunterladen. Dann wird Ecosia automatisch als Standard-Suchmaschine installiert.

Safari

  1. Ecosia-Erweiterung aus dem AppStore laden
  2. Safari-Einstellungen öffnen (oben links über den Menüpunkt „Safari“ > „Einstellungen“)
  3. klicke nun auf den Tab „Erweiterungen“
  4. setze in der linken Spalte nun ein Häkchen bei „Ecosia“

Ecosia als Startseite einrichten

Google Chrome

  1. Chrome-Einstellungen öffnen (über die 3 Punkte oben rechts; vorletzter Punkt)
  2. links im Menü auf „Beim Start“ klicken
  3. Option „Bestimmte Seite oder Seiten öffnen“ auswählen und unter „Neue Seite hinzufügen“ https://www.ecosia.org/ eintragen

Firefox

  1. Firefox-Einstellungen öffnen (über die 3 Balken oben rechts; Zahnradsymbol)
  2. links im Menü auf „Suche“ klicken
  3. auf den Punkt „Startseite“ klicken und bei „Startseite und neue Fenster“ im Drop-Down-Menü unter „Benutzerdefinierte Adressen“ https://www.ecosia.org/ eintragen

Safari

  1. Safari-Einstellungen öffnen (oben links über den Menüpunkt „Safari“ > „Einstellungen“)
  2. klicke auf den Tab „Allgemein“
  3. trage unter „Homepage“ https://www.ecosia.org/ ein

Der Ecosia-Browser (App)

Seit Ende 2017 gibt es auch einen Ecosia Browser als App für Smartphones und Tablets (iOS und Android).

Die App basiert auf „Chromium“ bzw. der mobilen Version von Google Chrome (der Großteil des Quelltextes von Chrome wird Entwicklern im Rahmen eines Open-Source-Projekts zur Verfügung gestellt).

Wer bislang mit Chrome gesurft hat, wird sich also sehr schnell zurechtfinden. Auch sonst ist der Browser sehr übersichtlich aufgebaut und weist eine schnelle Performance auf. Neben einer Lesezeichen-Funktion verfügt er auch über einen Inkognito-Modus.

Die App kann im Google Play-Store sowie im AppStore von Apple heruntergeladen werden.

Tipp: Eine nachhaltige Browser-App kann nur der erste Schritt sein… Richtig interessant wird es erst, wenn die App auch auf einem fairen Smartphone läuft!

Sonstiges über Ecosia

Kaufangebot für den Hambacher Forst (2018)

Im Jahr 2018 unterbreitete die Ecosia GmbH dem Energiekonzern RWE AG ein Kaufangebot für den Hambacher Forst in Höhe von 1 Million Euro. Das Waldgebiet grenzt an den von RWE betriebenen Tagebau Hambach in Nordrhein-Westfalen. Das Kaufangebot wurde abgelehnt.

Der Hambacher Forst ist bzw. war zu einem Symbol für den Klimaschutz und den Kohle-Ausstieg geworden. Zeitweise wurde der Wald von Naturschutz-Aktivisten besetzt.

Anfang 2020 wurde vereinbart, den Hambacher Forst nicht zu roden, um Platz für den Tagebau zu machen. Dafür erhält der RWE-Konzern vom Deutschen Staat eine Entschädigung.

Ecosia ist eine zertifizierte B-Corporation

Ecosia ist seit April 2014 eine sogenannte „Certified B-Corporation“. Dieses Siegel zeichnet Unternehmen aus, die nicht nur den eigenen Profit im Sinn haben, sondern auch und vor allem ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden.

Ecosia war das erste Unternehmen in Deutschland, das als B-Corporation ausgezeichnet bzw. anerkannt wurde.

Weitere Details hierzu findest Du im B Impact Report.

Wie kann ich auf Ecosia Werbung schalten?

Neben den Suchergebnissen vertraut Ecosia auch bei den ausgespielten Anzeigen auf Bing bzw. auf das Bing-Werbenetzwerk. Um auf Ecosia Werbung zu schalten, muss daher zunächst ein Microsoft-Ads Konto angelegt werden.

In den nächsten Schritten wird dann eine entsprechende Kampagne aufgesetzt. Alle weiteren Details und wichtigen Dinge, die beachtet werden müssen, findest Du in dieser Anleitung.

Jobs bei Ecosia

Hinter Ecosia steht ein internationales Team aus Programmierern, Produkt-Designern und Marketing-Fachleuten. Darüber hinaus arbeitet Ecosia auch mit Freiberuflern zusammen. — Offene Stellen bei Ecosia.

Tipp: Auf unserer Übersichtsseite findest Du über 18.000 weitere grüne Jobs, Praktikumsstellen & Studiengänge.

Zusammenfassung

Ecosia ist eine grüne Suchmaschine, die 80% des Gewinns in das weltweite Pflanzen von Bäumen investiert, um den Klimawandel zu bekämpfen. Dazu verwendet Ecosia die Technik von Bing (Microsoft).

Trotz einiger weniger Kritikpunkte ist Ecosia eine wirklich tolle Sache, mit der man im Alltag quasi nebenbei etwas fürs Klima tun kann.

Ecosia hat insgesamt knapp über 15 Millionen Nutzer – mit deren Hilfe konnten bisher mehr als 116,8 Millionen Bäume gepflanzt werden. Laut den offiziellen Finanzberichten konnte die Ecosia GmbH im November 2020 Einnahmen von rund 1,8 Millionen Euro (vor Steuern) erzielen.

Das MyGreenChoice Magazin

Entdecke fundierte Artikel zu nachhaltigen Themen, spannende Interviews & ehrliche Produkt-Vergleiche.

[1] https://berlinvalley.com/ecosia-christian-kroll-ueberzeugungstaeter/

[2] https://blog.wdr.de/digitalistan/ecosia-suchmaschine-als-pranger/

[3] https://t3n.de/news/macht-ecosia-klimazerstoerer-1249548/

[4] https://www.springer.com/earth+sciences+and+geography?SGWID=1-10006-2-425411-0

[5] https://www.sueddeutsche.de/digital/ecosia-suchmaschine-google-microsoft-baeume-pflanzen-1.4784291

[6] https://www.youtube.com/watch?v=G9QA_9uMKM8&t=1262s

[7] https://news.microsoft.com/de-de/features/microsoft-im-einsatz-fuer-nachhaltigkeit/

Autor: Nicolas
Datum: 06.01.2021 (aktualisiert am 14.01.2021)