5 nachhaltige Suchmaschinen im Vergleich

Millionen von Menschen nutzen jeden Tag eine Internet-Suchmaschine. Mit einem Marktanteil von knapp 94% ist Google mit weitem Abstand die Nr. 1 in Deutschland. Es gibt jedoch grüne Alternativen, die nicht nur mehr Datensicherheit, sondern auch und vor allem mehr Nachhaltigkeit versprechen. In der Tabelle haben wir 5 nachhaltige Suchmaschinen unter die Lupe genommen.

Wir haben uns auf Suchmaschinen konzentriert, die sich sehr klar nachhaltig positionieren. Aus diesem Grund fehlen bspw. andere bekannte große Suchmaschinen wie „bing“ oder „Yahoo!“. Es geht nicht darum, irgendeine Alternative für Google zu finden, sondern darum, eine explizit grüne Suchmaschine zu finden. Außerdem haben wir Suchmaschinen ausgeschlossen, die zwar viel Wert auf Datenschutz legen, aber nicht unbedingt nachhaltig sind. Der Vollständigkeit halber stellen wir weiter unten auf dieser Seite dennoch drei weitere alternative Suchmaschinen vor.
Die Zahlen und Daten in der Tabelle stammen jeweils von den Anbietern selbst. Der Aufbau der Tabelle stellt ausdrücklich kein Ranking dar. Mit keinem der genannten Anbieter besteht eine Kooperation.

Logo der Suchmaschine Ecosia


Ecosia

Logo der Suchmaschine Givero


Givero

Logo der Suchmaschine Gexsi


Gexsi

Logo der Suchmaschine Ekoru


Ekoru

Logo der Suchmaschine Lilo


Lilo

Gründungsjahr20092018201820202015
SitzBerlin, DeutschlandHolbæk, DänemarkBerlin, Deutschlandkein fester Sitz (remote)Paris, Frankreich
Umweltschutz

  • Betrieb mit 100% erneuerbaren Energien
  • eigener Solarstrom
  • CO2-negativ

  • Betrieb mit 100% erneuerbaren Energien

  • Verwendung von CO2-neutralen Servern

  • Betrieb mit Wasserkraft betrieben
  • Server sind wassergekühlt
  • die Server-Center benötigen keine Klimaanlage

  • betreibt Klima-Kompensation, um Emissionen auszugleichen

Verwendung der EinnahmenBei Ecosia fließen 100% der Gewinne entweder in weitere Bäume oder in grüne Investitionen.Givero spendet 50% der Gewinne an diverse wohltätige Organisationen. Jeder Nutzer kann selbst festlegen, welcher Organisation die durch ihn generierten Einnahmen zugute kommen sollen.Gexsi ist ein reines „Social Business“ – 100% der Gewinne werden für innovative soziale und wohltätige Zwecke gespendet.60% der Einnahmen kommen den beiden Organisationen „Big Blue Ocean Cleanup“ und „Operation Posidonia“ zugute. Ziel ist es, die Ozeane zu säubern und wieder „aufzuforsten“.50% der Einnahmen werden an diverse gemeinnützige / soziale Projekte gespendet. Mit jeder Suche sammeln die Nutzer „Tropfen“ – diese können dann an das individuelle Wunschprojekt verteilt werden.
ErrungenschaftenNach eigenen Angaben konnten bisher über 114 Mio. Bäume gepflanzt werden.Mithilfe der Spenden konnten in der Vergangenheit 7 verschiedene Organisationen unterstützt werden.Bislang konnten 29 verschiedene Organisationen mit insgesamt über 10.000 Euro unterstützt werden.Neben den gespendeten Einnahmen wird auf der Homepage auf verschiedene Organisationen und Initiativen aufmerksam gemacht.Bislang konnten bereits über 3,2 Millionen Euro an mehr als 24 verschiedene Organisationen gespendet werden.
Datenschutz

  • keine auf den Suchanfragen personalisierte Nutzerprofile
  • Anonymisierung der Suchanfragen nach 1 Woche
  • kein Datenverkauf
  • verschlüsselte Suchanfragen
  • keine Tracking-Tools

  • die Suchhistorie wird nicht gespeichert
  • keine auf den Suchanfragen personalisierte Nutzerprofile
  • kein Datenverkauf
  • verschlüsselte Suchanfragen
  • keine Tracking-Tools

  • anonyme Suche
  • kein Datenverkauf
  • keine Sammlung von Nutzerdaten

  • Suchverlauf wird nicht gespeichert
  • IP-Adresse wird nicht gespeichert
  • kein Datenverkauf
  • 100% verschlüsselte Verbindung
  • Ekoru setzt keine Cookies

  • anonymisierte Suche
  • kein Datenverkauf
  • keine Sammlung / Speicherung von Nutzerdaten
  • keine Tracking-Tools

Website / Suchmaske
  • Logo der Suchmaschine Ecosia


    Ecosia

  • Gründungsjahr
    2009
  • Sitz
    Berlin, Deutschland
  • Umweltschutz
    Betrieb mit 100% erneuerbaren Energien • eigener Solarstrom • CO2-negativ
  • Verwendung der Einnahmen
    Bei Ecosia fließen 100% der Gewinne entweder in weitere Bäume oder in grüne Investitionen.
  • Errungenschaften
    Nach eigenen Angaben konnten bisher über 114 Mio. Bäume gepflanzt werden.
  • Datenschutz
    keine auf den Suchanfragen personalisierte Nutzerprofile • Anonymisierung der Suchanfragen nach 1 Woche • kein Datenverkauf • verschlüsselte Suchanfragen • keine Tracking-Tools
  • Logo der Suchmaschine Givero


    Givero

  • Gründungsjahr
    2018
  • Sitz
    Holbæk, Dänemark
  • Umweltschutz
    Betrieb mit 100% erneuerbaren Energien
  • Verwendung der Einnahmen
    Givero spendet 50% der Gewinne an diverse wohltätige Organisationen. Jeder Nutzer kann selbst festlegen, welcher Organisation die durch ihn generierten Einnahmen zugute kommen sollen.
  • Errungenschaften
    Mithilfe der Spenden konnten in der Vergangenheit 7 verschiedene Organisationen unterstützt werden.
  • Datenschutz
    die Suchhistorie wird nicht gespeichert • keine auf den Suchanfragen personalisierte Nutzerprofile • kein Datenverkauf • verschlüsselte Suchanfragen • keine Tracking-Tools
  • Logo der Suchmaschine Gexsi


    Gexsi

  • Gründungsjahr
    2018
  • Sitz
    Berlin, Deutschland
  • Umweltschutz
    Verwendung von CO2-neutralen Servern
  • Verwendung der Einnahmen
    Gexsi ist ein reines „Social Business“ – 100% der Gewinne werden für innovative soziale und wohltätige Zwecke gespendet.
  • Errungenschaften
    Bislang konnten 29 verschiedene Organisationen mit insgesamt über 10.000 Euro unterstützt werden.
  • Datenschutz
    anonyme Suche • kein Datenverkauf • keine Sammlung von Nutzerdaten
  • Logo der Suchmaschine Ekoru


    Ekoru

  • Gründungsjahr
    2020
  • Sitz
    kein fester Sitz (remote)
  • Umweltschutz
    Betrieb mit Wasserkraft betrieben • Server sind wassergekühlt • die Server-Center benötigen keine Klimaanlage
  • Verwendung der Einnahmen
    60% der Einnahmen kommen den beiden Organisationen „Big Blue Ocean Cleanup“ und „Operation Posidonia“ zugute. Ziel ist es, die Ozeane zu säubern und wieder „aufzuforsten“.
  • Errungenschaften
    Neben den gespendeten Einnahmen wird auf der Homepage auf verschiedene Organisationen und Initiativen aufmerksam gemacht.
  • Datenschutz
    Suchverlauf wird nicht gespeichert • IP-Adresse wird nicht gespeichert • kein Datenverkauf • 100% verschlüsselte Verbindung • Ekoru setzt keine Cookies
  • Logo der Suchmaschine Lilo


    Lilo

  • Gründungsjahr
    2015
  • Sitz
    Paris, Frankreich
  • Umweltschutz
    betreibt Klima-Kompensation, um Emissionen auszugleichen
  • Verwendung der Einnahmen
    50% der Einnahmen werden an diverse gemeinnützige / soziale Projekte gespendet. Mit jeder Suche sammeln die Nutzer „Tropfen“ – diese können dann an das individuelle Wunschprojekt verteilt werden.
  • Errungenschaften
    Bislang konnten bereits über 3,2 Millionen Euro an mehr als 24 verschiedene Organisationen gespendet werden.
  • Datenschutz
    anonymisierte Suche • kein Datenverkauf • keine Sammlung / Speicherung von Nutzerdaten • keine Tracking-Tools

Noch ein wichtiger Tipp: Eine grüne Suchmaschine ist ja schön und gut… Auf Deinem Smartphone ist die Suchmaschine aber natürlich nur so nachhaltig wie Dein Mobilfunktarif! Mit WEtell telefonierst & surfst Du wirklich grün: 100% Ökostrom, einfach verständliche Tarife, keine versteckten Kosten, D-Netz-Qualität — Anzeige, Jetzt Tarife ansehen!

Wie funktioniert eine nachhaltige Suchmaschine?

Alle im Vergleich untersuchten nachhaltigen Suchmaschinen greifen für die eigentliche Suchfunktion auf die Suchalgorithmen von „Bing“ (Microsoft) zurück. Für die Verwendung der Suchergebnisse fällt eine Art Lizenzgebühr an – wie hoch diese ist, bleibt geheim.

Unter der Oberfläche steckt also keine eigens programmierte Suchmaschine – das wäre schlichtweg viel zu aufwendig bzw. zu teuer. Der Gedanke, langfristig auf eine eigene Suchmaschine umzusteigen ist allerdings grundsätzlich nicht ganz abwegig.

Bis auf Ekoru verfügen jedoch alle Suchmaschinen über eine eigene Benutzeroberfläche. Nur ein kleiner Hinweis am rechten unteren Ende der Suchergebnisse verrät, dass die Suche von Microsoft betrieben wird. Bei Ekoru wird man gleich auf Bing.com weitergeleitet.

Um seinen Nutzern trotzdem die Möglichkeit zu geben, im „Notfall“ auf die Suchergebnisse von Google zurückzugreifen, stellen die Suchmaschinen Lilo, Gexsi und Givero jeweils einen Link zur Verfügung, mit dem die Suche ohne erneute Eingabe mit Google durchgeführt werden kann.

Gexsi schreibt dazu:

Indem du hier und da über unsere Navigationsleiste zu Google wechselst, vergrößerst du natürlich deinen digitalen Fußabdruck bei Google. Es ist aber […] eine Frage der Dosierung. Aus vereinzelten Suchanfragen lassen sich weniger Erkenntnisse ableiten […] als wenn du ausschließlich die Google Suche nutzt.[1]

nachhaltige Suchmaschinen - Suchmaske mit Lupe, grüne Blätter im Hintergrund - Symbolbild

Tipp: Richtig interessant wird es erst, wenn Du nicht nur eine grüne Suchmaschine verwendest, sondern dazu auch noch ein Fair Trade Handy besitzt! 🙂

Wie verdienen nachhaltige Suchmaschinen Geld?

Um Bäume zu pflanzen oder wohltätige Zwecke zu unterstützen, muss erst einmal Geld verdient werden. Dazu greifen die alternativen Suchmaschinen grundsätzlich auf dasselbe Geschäftsmodell wie Google zurück: Immer wenn ein Nutzer auf ein bezahltes Suchergebnis klickt, werden Einnahmen erzielt (die bezahlten Suchergebnisse werden mit „Anzeige“ bzw. „Ad“ markiert).

Nur wer bei der Suche auch auf Anzeigen klickt, spendet Geld, pflanzt Bäume oder reinigt den Ozean. 

Um möglichst effektiv zu sein, solltest Du eine der Suchmaschinen in Deinem Browser als Standard einrichten (voreingestellt ist meist Google). Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe eines Tages dann doch mal auf eine Anzeige zu klicken, ist viel höher, als wenn Du nur sporadisch auf eine der nachhaltigen Suchmaschinen zurückgreifst.

Tipp: Du betreibst eine Website und machst Dir Sorgen um Deinen digitalen ökologischen Fußabdruck? Hier findest Du 11 grüne Hosting-Anbieter, die so richtig nachhaltig sind!

Gibt es auch Kritik an nachhaltigen Suchmaschinen?

Alle nachhaltigen Suchmaschinen haben sich zum Ziel gesetzt, die Welt ein bisschen besser bzw. ein bisschen „grüner“ zu machen. Dennoch gibt es auch kritische Stimmen. Dabei geht es meist nicht um das Projekt selbst, sondern eher darum, den Einfluss der Projekte ins Verhältnis zu setzen.

Die Künstlerin Joana Moll sagt im Interview mit der „taz“:

Ecosia ist ein super Projekt, aber es ist keine langfristige Lösung. […] Wir können nicht unendlich viele Bäume pflanzen. Außerdem ist es sehr schwer über dein Smartphone ein globales Problem zu lösen.

Christian Kroll, Gründer und Geschäftsführer von Ecosia, ist sich aber durchaus bewusst, dass er den Klimawandel mit einer nachhaltigen Suchmaschine nicht alleine bekämpfen kann. Dennoch hat er sich gemeinsam mit seinem Team das Ziel gesetzt, in den nächsten 20 Jahren insgesamt 1 Billion Bäume zu pflanzen.[2]

Nutzer unterstützen indirekt auch Microsoft

Weiterhin muss man sich als Nutzer*in darüber im Klaren sein, dass Ecosia, Ekoru & Co. eben keine richtigen Suchmaschinen, sondern nur „Masken“ sind. Unter der Haube arbeitet die Suchmaschine Bing von Microsoft. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass man mit jeder Suche und mit jedem Klick auf eine Anzeige nicht nur die nachhaltige Alternative, sondern auch einen Weltkonzern „unterstützt“ (wenn auch in einem eher kleinen Rahmen).

Zwar stellte Microsoft-CEO Satya Nadella im Januar 2020 einen Klimaplan vor, in dem u.a. erklärt wird, dass man der Atmosphäre bis 2050 all das CO2 entziehen möchte, das die Firma seit ihrer Gründung 1975 ausgestoßen hat. Allerdings meldeten sich bereits Microsoft-Mitarbeiter zu Wort die das inkonsequente Handeln des Unternehmens in Sachen Klimaschutz öffentlich anprangern.[3][4]

Wie gut ist das eigentliche Produkt der nachhaltigen Suchmaschinen?

Neben den Aspekten rund um den Umweltschutz sollte bei einer Suchmaschine natürlich auch das eigentliche Produkt bewertet werden: die Qualität der Suchergebnisse. Und hier muss man als Nutzer leider Abstriche machen. Die Google-Suchergebnisse sind denen von Bing einfach weit voraus.

Mit Startpage gibt es allerdings auch eine alternative Suchmaschine, die ihren Nutzern die Google-Ergebnisse zur Verfügung stellt. Sowohl Google als auch Bing halten die Gebühren, die für die Nutzung anfallen, geheim. Man darf aber davon ausgehen, dass die Gebühren bei Bing niedriger sind und die hier im Vergleich genannten nachhaltigen Suchmaschinen deshalb auf die Suchalgorithmen aus dem Hause Microsoft zurückgreifen.

Wie nachhaltig ist eigentlich Google?

In Sachen Umweltschutz steht Google eigentlich gar nicht schlecht dar: nach eigenen Angaben ist man bereits seit 2007 klimaneutral. Um die Emissionen der ersten Jahre von 1998 bis 2006 auszugleichen, hat man entsprechend in sogenannte „Carbon-Offset“ Maßnahmen investiert (Klimakompensation). Bis 2030 hat man sich zum Ziel gesetzt, das erste große Unternehmen zu sein, dass vollständig ohne CO2 auskommt.[5]

Darüber hinaus bietet Google diverse Programme für Non-Profit-Organisationen an. Über das Programm „Google Ad Grants“ können Spendenorganisationen zum Beispiel kostenlos in den Google-Suchergebnissen werben. Dazu steht den Organisationen pro Monat ein Werbebudget von 10.000 US-Dollar (ca. 8.400€) zur Verfügung.

An „Google Ad Grants“ gibt es aber durchaus auch Kritik. Etwa, dass das maximale Tagesbudget auf 329$ beschränkt ist. Außerdem müssen die Anzeigen eine „Klickrate“ von 5% erreichen – ist dies nicht der Fall, wird das Konto gesperrt.

Noch viel dringlicher als Umweltfragen sind bei Google jedoch die Fragen nach systematischer Steuervermeidung und dem hemmungslosen Sammeln von Daten.

Google als Datenkrake & unsolidarischer Steuertrickser

Über viele Jahre hinweg machte Google von einem komplexen Steuertrick („Double Irish with a Dutch Sandwich“) gebrauch, mit dem das Unternehmen seinen Steuersatz auf nur 3% minimierte[6] (auch aufgrund veränderter Rechtsgrundlagen kündigte der Google-Mutterkonzern Alphabet an, dieses Schlupfloch künftig nicht mehr auszunutzen[7]).

Das Sammeln von Daten beherrscht Google wahrscheinlich so gut wie kein anderes Unternehmen. Auch wenn die Suchmaschine in den letzten Jahren wichtige Maßnahmen für mehr Transparenz und Privatsphäre umgesetzt hat, wächst das Misstrauen der Nutzer immer weiter. Wie werden die Daten tatsächlich genutzt? Und könnte die Macht, die mit der Menge an Daten einhergeht, missbraucht werden?

Die Suchmaschine „DuckDuckGo“, die für ihre strengen Privatsphäre-Richtlinien bekannt ist, verzeichnet mittlerweile über 60 Millionen Suchanfragen pro Tag. Das zeigt eindrucksvoll, wie wichtig das Thema für die Nutzer ist. Wir müssen uns allerdings nichts vormachen: Der „Verlust“ von 60 Millionen Suchanfragen pro Tag wird von Google wahrscheinlich gar nicht bemerkt (Google verarbeitet pro Tag 3,5 Milliarden Suchanfragen[8]).

Ähnlich sieht das auch Ati Bakush, Gründer der nachhaltigen Suchmaschine Ekoru:

Egal wie viel Traffic wir von Google abgreifen können, so bleibt es für Google doch nicht mehr als ein Rundungsfehler, so klein ist aktuell unser Suchvolumen im Vergleich zu dem von Google.[9]

Dennoch sieht sich Google von vielen Seiten zunehmend unter Druck gesetzt, weitere Maßnahmen für noch mehr Transparenz und Datensicherheit umzusetzen.

Webseitenbetreiber kritisieren Google

Auch aufseiten der Webseitenbetreiber wird die Kritik zunehmend lauter. Sie bemängeln, dass Google mit den – hart erarbeiteten – Inhalten anderer Webseiten Geld verdiene. Was genau steckt dahinter? In den letzten Jahren hat Google immer wieder neue Features eingeführt, bei denen z.B. ein kleiner, aber sehr relevanter Inhaltsauszug der Website bereits in den Suchergebnissen angezeigt wird („Featured Snippet“).

Für den Nutzer ist das tatsächlich oft hilfreich, da seine Frage im Optimalfall bereits in den Suchergebnissen beantwortet wird – ein Klick auf die Website ist dann nicht mehr nötig. Dies hat für den Betreiber der Website allerdings dramatische Folgen: Denn nur Nutzer, die mit der Website interagieren, bringen Geld (meist über Werbeanzeigen). Das heißt konkret: Der Webseitenbetreiber hat in diesem Fall keine Möglichkeit, seine Inhalte zu monetarisieren. Die Erstellung von Inhalten kostet jedoch (viel) Geld.

Es ist so, als würde man die Essenz eines Zeitungsartikels erfassen können, ohne dafür bezahlen zu müssen.

Da der Nutzer mit dem Ergebnis seiner Suche zufrieden ist, wird er bei seiner nächsten Suche wahrscheinlich wieder auf Google zurückgreifen. Und ein glücklicher Nutzer, der immer wieder mit Google sucht, wird über kurz oder lang auch auf ein bezahltes Suchergebnis klicken, mit dem Google dann Geld verdient. Der Vorwurf, Google verdiene mit fremden Inhalten – indirekt – Geld, ist also nicht ganz von der Hand zu weisen.

Diesem Problem hat sich übrigens Dmitry Gerasimenko angenommen (Gerasimenko ist CEO von Ahrefs, einem Anbieter von Software zur Suchmaschinenoptimierung). Im Frühjahr 2019 kündigte er an, eine Suchmaschine bauen zu wollen, die 90% der Gewinne an Webseitenbetreiber ausschüttet.[10]

Als Marktführer sieht sich vor allem Google dieser Kritik ausgesetzt. Allerdings zeigt z.B. auch Bing Inhaltsauszüge in den Suchergebnissen an.

Weitere alternative Suchmaschinen

Auf dem Markt gibt es durchaus noch weitere alternative Suchmaschinen, die sich zwar nicht zwingend den Umweltschutz auf die Fahne geschrieben haben, dafür aber andere Dinge sehr viel besser bzw. anders machen als der Such-Riese aus dem Silicon Valley.

Startpage

Im Gegensatz zu den oben genannten nachhaltigen Suchmaschinen greift Startpage auf die Suchergebnisse von Martkführer Google zurück. Startpage agiert dabei als „Mittelsmann“ zwischen dem Nutzer und Google. Die Suchanfrage wird an die Google-Server weitergeleitet, woraufhin die Google-Server die Ergebnisse zurückschicken. Google selbst bekommt dabei weder Deinen Standort noch Deine IP-Adresse zu sehen. Außerdem werden keine Cookies gesetzt.

Obwohl die Ergebnisse von Google selbst kommen, können sie sich zu denen von Google selbst unterscheiden. Das liegt daran, dass mangels Daten keine personalisierten Ergebnisse ausgespielt können. Auch auf das ein oder andere Feature musst Du verzichten.

➔ Mit Startpage suchen

DuckDuckGo

DuckDuckGo ist die wohl bekannteste Suchmaschine wenn es darum geht, privat im Internet zu suchen. Die 2008 gegründete Suchmaschine sammelt keinerlei Daten von ihren Nutzern. Passend dazu lautet das Motto des Unternehmens: „Datenschutz – leicht gemacht“.

DuckDuckGo greift für die Zusammenstellung der Suchergebnisse neben einem eigenen Webcrawler („DuckDuckBot“) auch auf die Algorithmen von Bing, Yahoo und Yandex zurück.

➔ Mit DuckDuckGo suchen

Qwant

Auch die aus Frankreich stammende Suchmaschine Qwant legt viel Wert auf die Privatsphäre ihrer Nutzer. Darüber hinaus hat sich die Google-Alternative auf die Fahne geschrieben, neutrale Suchergebnisse zu liefern ohne bestimmte Seiten oder Meinungen zu bevorzugen.

Das Unternehmen betont zudem, dass man durch den Sitz in Paris den europäischen Datenschutzrichtlinien unterworfen ist (in der EU gelten im Allgemeinen strengere Regeln als in den USA).

➔ Mit Qwant suchen

MyGreenChoice Magazin

Entdecke fundierte Artikel zu nachhaltigen Themen, spannende Interviews mit grünen Visionären & ehrliche Produkt-Vergleiche.

[1] https://gexsi.com/about/privatsphaere/

[2] https://www.sueddeutsche.de/digital/ecosia-suchmaschine-google-microsoft-baeume-pflanzen-1.4784291

[3] https://www.basicthinking.de/blog/2020/01/21/microsoft-klimaplan-analyse/

[4] https://github.com/MSworkers/for.ClimateAction

[5] https://sustainability.google/intl/de/commitments-europe/

[6] https://www.focus.de/finanzen/steuern/tid-31358/deals-und-geistertoechter-so-ertrickst-sich-apple-einen-steuersatz-von-zwei-prozent-google-zahlte-in-europa-nur-drei-prozent-steuern_aid_996273.html

[7] https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/google-konzern-will-steuern-zahlen-1.4741449

[8] https://www.seo-suedwest.de/5431-google-liefert-offizielle-zahlen-zum-taeglichen-suchevolumen.html

[9] https://www.business-punk.com/2020/09/die-suchmaschine-ekoru-will-die-ozeane-schuetzen-der-gruender-verraet-wie-das-geht/

[10] https://medium.com/swlh/investor-money-vs-public-interest-did-google-fail-to-build-a-non-evil-platform-3a054f996ea9

Autor: Nicolas
Datum: 04.12.2020